Raumstation ISS
Kein Kalter Krieg im All

Während auf der Erde die Krim-Krise das Verhältnis zwischen Russland und den USA belastet, arbeiten auf der Raumstation ISS Russen und Amerikaner eng zusammen. Zu groß ist die wechselseitige Abhängigkeit voneinander.
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BerlinAus 400 Kilometern Höhe betrachtet können irdische Probleme in die Ferne rücken: Die Krim-Krise und die wechselseitigen Sanktionen der USA und Russlands haben die Zusammenarbeit zwischen beiden Ländern auf der Internationalen Raumstation (ISS) bislang nicht beeinträchtigt.

Nach Ansicht von ehemaligen Astronauten und Experten wird es dabei wohl auch bleiben, es sei denn, die Krise würde in einen bewaffneten Konflikt münden. Die Abhängigkeit voneinander im Weltall ist einfach zu groß, um sich Animositäten leisten zu können.

Für Howard McCurdy, Raumfahrt-Experte an der American University, sind die USA und Russland bei der ISS aneinandergekettet wie ein „geschiedenes Paar“, das weiter im selben Haus wohnt. „Beiden gehört das Haus, sie halten da es beide am Laufen.“ Zwar gibt es an Bord der Station getrennte Aufenthaltsbereiche mit eigenen Toiletten und Klimaanlagen für beide Seiten, aber den komplexen Betrieb der Station von der Größe eines Fußballfelds können beide nur gemeinsam meistern.

Weiterhin kommen die USA zwar für den Löwenanteil beim Unterhalt der rund 100 Milliarden Dollar (rund 73 Milliarden Euro) teuren ISS auf, zugleich aber sind ihre Astronauten seit dem Ende des US-Space-Shuttle-Programms 2011 auf russische Sojus-Raketen für die An- und Abreise angewiesen. Ein einträgliches Geschäft für Russland: 70,7 Millionen Dollar kostet es die Nasa, einen ihrer Astronauten ins All befördern zu lassen.

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