Raumstation ISS
Segelflicken in unendlichen Weiten

Die Astronauten an Bord der ISS haben bei einem riskanten Außeneinsatz ein Sonnensegel repariert und damit einen drohenden Baustopp der Raumstation abgewendet. Mit fünf improvisierten Riemen ersetzte Scott Parazynski am Wochenende Scharniere des Segels, die am Dienstag kaputt gegangen waren.

rtr HOUSTON. Zum Jubel der Besatzung und des Bodenpersonals konnte das etwa 34 Meter lange Segel dann vollständig ausgefahren werden. Wäre die Reparatur gescheitert, hätte die US-Raumfahrtbehörde Nasa vermutlich den weiteren Bau ausgesetzt. Dies hätte insbesondere das „Columbus“-Modul der europäischen Schwesterorganisation ESA getroffen, das im Dezember von der Raumfähre „Atlantis“ zur Station gebracht werden soll.

Die Kommandantin der ISS, Peggy Whitson, und der „Discovery“-Pilot George Zamka hatten die isolierten Aluminium-Riemen aus Material gebastelt, das sie an Bord der ISS aufgetrieben hatten. Ursprünglich hoffte die Nasa, dass die eigentliche Reparatur 30 Minuten dauern würde. Die schweren Schäden an dem Segel machten dies jedoch zunichte. „Oh, das ist ja nur hässlich“, sagte die Kommandantin der „Discovery“, Pamela Melroy, als sie über die Helmkamera von Parazynski das Gewühl von Drähten und zerbrochenen Verbindungsteilen sah. Am Ende dauerte der Außeneinsatz am Samstag sieben Stunden.

Für Parazynski ging dabei von dem Segel selbst Gefahr aus, da auf den Kollektoren eine Spannung von 100 Volt lag. Seine Werkzeuge und alle Metall-Teile seines Raumanzugs waren daher mit Isolierband umwickelt. Zusätzlich achtete ein zweiter Astronaut, Douglas Wheelock, darauf, dass er nicht zu nah an das Segel kam.

Die „Discovery“ war am 23. Oktober gestartet. Am Montag sollte sie die ISS verlassen, um am Mittwoch zur Erde zurückkehren. Sie brachte brachte ein in Italien gebautes Modul zur Station. Es ist der 23. Einsatz eines Shuttles an der ISS.

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