Raumstation wird ausgebaut
Ein neuer Kühlschrank für die ISS

Generalüberholung für die Raumstation ISS: Wenn das Shuttle Endeavour am Wochenende ins All startet, wird es die wichtigsten Teile für einen umfassenden Ausbau der Station an Bord haben. Neue Schlafplätze und ein Wasseraufbereitungssystem sind dabei - die Besatzung wartet aber sehnsüchtig auf den neuen Kühlschrank.
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ap CAPE CANAVERAL. Die Internationale Raumstation (ISS) steht vor einer Generalüberholung: Mit dem Space Shuttle Endeavour sollen am Wochenende ein neues Wasseraufbereitungssystem, einen Kühlschrank, neue Schlafplätze und sogar ein Fitnessgerät ins All gebracht werden. Der Ausbau soll bis Mitte nächsten Jahres die Verdoppelung der ISS-Besatzung von drei auf sechs Mitgliedern ermöglichen und damit auch Platz für europäische, kanadische und japanische Astronauten schaffen. Die Besatzung der Endeavour bringt die Fracht in der Nacht zum Samstag ins All.

Die Bewohner der ISS freuen sich schon auf die Neuerungen: Eine weitere Kitchenette mit Kühlschrank ist für sie ein Segen. Bislang gibt es auf der ISS nur Warmes oder Lauwarmes. Der einzige Kühlschrank ist für wissenschaftliche Experimente reserviert. "Es scheint irgendwie belanglos, aber sechs Monate lauwarmer Orangensaft kann einen fertigmachen", sagt die Astronautin Sandra Magnus, die mit sechs Kollegen an Bord der Endeavour zur ISS fliegt und dreieinhalb Monate dort bleiben wird. Frische Lebensmittel wie Äpfel oder Zwiebeln gibt es in der ISS nur kurz nach der Ankunft eines Versorgungsschiffs.

Endeavour-Kommandant Christopher Ferguson betont, das neue System der Wasserwiederaufbereitung sei die wichtigste Fracht der Mission. "Das ist es, es gibt keine Parallele dazu." Wohl wahr: Das System soll ein komplett geschlossener Wasserkreislauf sein, der sogar Kondenswasser und Urin wieder zu Trinkwasser verarbeitet - fast ein Perpetuum mobile. Wenn das System einwandfrei funktioniere, könne nicht nur die Besatzung der ISS verdoppelt werden. Ohne die Notwendigkeit, Frischwasser mitzuführen, seien noch ganz andere Raummissionen vorstellbar, sagte Ferguson.

"Versuchen Sie mal auf der Erde irgendein anderes System zu finden, das Urin in Trinkwasser verwandelt. Das Konzept scheint so abstoßend, dass es niemand auch nur ansprechen würde", sagt der 47-jährige Ferguson. Die Erprobung unter den Extrembedingungen der ISS sei ein guter Start. "Der Tag wird auch auf diesem Planeten kommen, an dem wir diese Technologie brauchen werden."

Die Endeavour-Astronauten werden das neue System installieren und auch gleich testen: Die ISS-Besatzung hat bereits Urinproben gesammelt, die gefiltert werden sollen und dann zur Analyse wieder mit auf die Erde genommen werden. Bis Frühjahr soll das System funktionieren und die Trinkwasserqualität des wiederaufbereiteten Wassers garantiert sein. Astronaut Donald Pettit, der für die Montage mitverantwortlich ist, sieht es pragmatisch. "Es wird den Kaffee von gestern nehmen und daraus den heutigen Kaffee machen." Der 53-Jährige hat bei einer vorhergehenden Mission über fünf Monate auf der ISS verbracht.

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