Reiter wird Ende Dezember wieder abgeholt
„Atlantis“ dockt von ISS ab

Nach letzten Umarmungen hieß es Bye-bye: Die Raumfähre „Atlantis“ hat am Sonntag mit ihren sechs Astronauten von der Internationalen Raumstation ISS abgedockt. Sie ist nun auf dem Rückflug zur Erde.

HB WASHINGTON/MOSKAU. Vorausgegangen waren arbeitsreiche Tage, deren stolzes Ergebnis - zwei riesige neue Sonnensegel für die ISS - die Crew kurz nach dem Ablegen gegen 15.00 Uhr MESZ noch einmal aus der Nähe bewundern konnte. Bevor sich der Shuttle in eine eigene Erdumlaufbahn davonmachte, umkreiste er die ISS mit einem 360-Grad- Looping, um der Besatzung Gelegenheit zum Fotografieren zu geben - nicht nur für das Familienalbum, sondern hauptsächlich, damit die US- Weltraumbehörde Nasa prüfen kann, ob alles in Ordnung ist.

Während ihres Aufenthalts im Weltraum waren drei Mal Astronauten der „Atlantis“ ins All ausgestiegen, um die Sonnensegel anzubringen, die den weiteren Ausbau der Station ermöglichen sollen: Die bisherige Stromversorgung hätte dafür nicht ausgereicht.

So sehr ließ die Nasa die Raumfahrer schuften, dass sie dankbar waren, als man ihnen am Samstag einen halben Tag frei gab. Das hieß für sie eine Stunde länger schlafen und sich das Innere der Station in Ruhe anschauen. Der deutsche Astronaut Thomas Reiter und die beiden anderen Mitglieder der ISS-Langzeitbesatzung betätigten sich dabei als Fremdenführer: Wie auf einer Stadtrundfahrt geleiteten sie die Gäste durch die einzelnen Module der Station. Und dann nutzten die Besucher die Gelegenheit natürlich, um den Ausblick durch die Fenster richtig zu genießen und eifrig zu knipsen, bevor letzte noch in der „Atlantis“ verbliebene Versorgungsgüter in die ISS umgeladen wurden. Dazu gehörten mehrere Sauerstoff-Kanister.

Pünktlich um 12.28 Uhr MESZ am Sonntag wurde dann die Verbindungsluke zwischen Shuttle und Station geschlossen und versiegelt. Vorausgegangen waren Schulterklopfen, Umarmungen und beim einen oder anderen auch etwas feuchte Augen, wie Nasa-Sprecherin Brandy Dean im Kontrollzentrum Houston (Texas) schilderte. „Bittersüß“ beschrieb der zwischen Abschiedstrauer und Vorfreude auf die Familie daheim hin und her gerissene Shuttle-Pilot Chris Ferguson die Minuten vor dem Abdocken, das nach Deans Angaben wie am Schnürchen lief: „Es war ein Bilderbuch-Manöver nach Bilderbuch- Arbeiten an der ISS.“

Vor der für Mittwoch geplanten Landung in Cape Canaveral (Florida) wird die Crew im Orbit mit Hilfe einer Außenbordkamera noch einmal besonders hitzeempfindliche Teile der Raumfähre inspizieren, die beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre besonderem „Stress“ ausgesetzt sind. Reiter und seinen beiden ISS-Kollegen stehen ebenfalls arbeitsreiche Tage bevor - und der nächste Besuch. Zuerst muss das Trio am Montag die Progress-Versorgungskapsel abdocken. Am Mittwoch koppelt dann schon die russische Sojus-Raumsonde mit der ersten Weltraumtouristin Anousheh Ansari an. Außerdem werden Mike Lopez- Alegria sowie sein russischer Kollege Michail Tjurin die bisherige Langzeitbesatzung ablösen. Reiter bleibt weiter auf der ISS. Er soll erst Ende Dezember von der Raumfähre „Discovery“ abgeholt werden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%