Reitzle will Infrastruktur für alternativen Treibstoff ausbauen
Linde wirbt für Wasserstoff-Tankstellen

Der Gase-Hersteller Linde macht beim Thema „Wasserstoff als künftiger Kraftstoff“ Dampf. Vorstandschef Wolfgang Reitzle will am Donnerstag in Berlin dazu kräftig die Werbetrommel rühren.

HB FRANKFURT/M. Der Konzern feiert den „Wasserstofftag“ – der Ort der Marketing-Veranstaltung ist wegen der Nähe zur Politik gut gewählt: Der Linde-Chef will seinen Gästen aus Politik und Industrie vorschlagen, als Initialzündung für die Zukunft des Wasserstoffautos, den Autobahnring Berlin-München-Stuttgart-Köln im Abstand von rund 50 Kilometern mit Wasserstoff-Zapfstellen auszustatten.

Für die insgesamt etwa 40 Zapfsäulen wären nach Linde-Rechnung rund 30 Mill. Euro zu investieren. Damit bekäme Deutschland dann die mit 1 800 Kilometern „weltweit größte und beste Teststrecke für wasserstoffbetriebene Fahrzeuge“, die auch dem kalifornischen Projekt eines Hydrogen Highway Paroli bieten könnte. Reitzle: „Mit diesem Autobahnring erhielte die deutsche Automobilindustrie eine Steilvorlage, schnell und effizient Erfahrungen mit wasserstoffbetriebenen Fahrzeugen sammeln zu können.“

Doch die Linde-Experten denken schon weiter. Sie ließen von der britisch-schweizerischen Beratungsgesellschaft E4tech und dem Imperial College in London eine Studie erstellen, die die Kosten einer europäischen Infrastruktur für den Wasserstoff (H2) unter die Lupe nimmt. Danach würde ein Wasserstoff-Vertriebsnetz für 6,1 Mill. H2-Fahrzeuge bis 2020 etwa 3,5 Mrd. Euro kosten, die Versorgung von 1,9 Mill. Autos in Deutschland könnte mit 870 Mill. Euro sichergestellt werden.

Zuerst seien schrittweise die europäischen Ballungszentren mit mehr als einer Million Einwohner und die Transitstrecken zu erschließen. Danach soll die Versorgungsbasis verbreitert werden. Dabei kommt die Studie zu dem Ergebnis, dass eine zentrale H2-Produktion kostengünstiger wird, als die bislang oft propagierte Erzeugung direkt auf der Tankstation. Die zentrale Produktion und Speicherung könnte 41 Millionen Fahrzeuge für 18,5 Mrd. Euro mit Wasserstoff versorgen, errechneten die Experten.

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