Forschung + Innovation
Rekonstruktion des Sonnenobservatoriums von Goseck kommt voran

Die Rekonstruktion des ältesten Sonnenobservatoriums der Welt in Goseck (Sachsen-Anhalt) kommt voran. „Insgesamt steht bereits ein Viertel der 7 000 Jahre alten Anlage“, sagte Archäologe Andreas Northe der dpa.

dpa GOSECK. Die Rekonstruktion des ältesten Sonnenobservatoriums der Welt in Goseck (Sachsen-Anhalt) kommt voran. „Insgesamt steht bereits ein Viertel der 7 000 Jahre alten Anlage“, sagte Archäologe Andreas Northe der dpa.

„Zum ersten Mal in der Geschichte der Menschheit wird eine Kreisanlage aus der Steinzeit am Originalplatz wieder originalgetreu aufgebaut.“

Pünktlich zur Wintersonnenwende am 21. Dezember solle das Observatorium für Touristen aus aller Welt zugänglich sein. Baubeginn war der 1. Juni.

Die rekonstruierte Kreiswallanlage mit drei Toren ist im Durchmesser 75 Meter groß und besteht aus zwei 2,50 Meter hohen Holzpalisaden-Ringen. „Vor den Palisaden ist die Anlage noch von einem rund vier Meter breiten und anderthalb Meter tiefen Graben sowie einem 1,50 Meter hohen Erdwall umschlossen“, erklärte Northe. Insgesamt werden 2 300 Eichenholzstämme verbaut. Einige Palisaden erhalten kultische Bemalungen und Verzierungen nach Originalvorlagen der Funde.

Die Anlage, die nur 25 Kilometer vom Fundort der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ entfernt ist, ist Teil der archäologischen Route „Himmelswege“ durch das südliche Sachsen-Anhalt. Die Kosten der Rekonstruktion belaufen sich auf 787 000 Euro. Davon entfallen 100 000 Euro auf den Wiederaufbau der Anlage, der Rest ist für Infrastrukturmaßnahmen wie Parkplätze und den Bau einer Zufahrtsstraße vorgesehen.

Die Menschen der Steinzeit konnten über spezielle Visiereinrichtungen in der Anlage exakt die Sommersonnenwende (21.6.) und die Wintersonnenwende (21.12.) bestimmen. Dies war in einer kalenderlosen Epoche für den Zyklus der bäuerlich geprägten Gesellschaft in der Steinzeit enorm wichtig. „Aber Goseck war nicht nur Observatorium und heiliger Ort sondern auch Markt-, Richt- und Bestattungsplatz“, sagte Northe. Die Kreisgrabenanlage war 1991 bei einem Erkundungsflug eines Luftbildarchäologen entdeckt worden.

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