Rendezvous im All
Shuttle fängt Hubble-Teleskop ein

Die Astronauten der Raumfähre Atlantis haben das Weltraumteleskop Hubble eingefangen und in die Ladebucht des Shuttles gehievt. Während sich die Astronauten auf den ersten Außeneinsatz der komplizierten Wartungsmission vorbereiten, sorgt sich die Nasa um die Sicherheit der Crew.
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HB WASHINGTON. Spektakuläres Rendezvous im All: In rund 530 Kilometer Entfernung von der Erde hat die Besatzung des Shuttle Atlantis am Mittwoch planmäßig das Weltraumteleskop Hubble eingefangen. Während der Shuttle und „Hubble“ nebeneinander um die Erde kreisten fuhr die US-Astronautin Megan McArthur einen 15 Meter langen Greifarm des Shuttle aus und holte sich das elf Tonnen schwere Teleskop, um es für mehrtägige Reparatur- und Wartungsarbeiten zu fixieren. Knapp eine Stunde später wurde Hubble in die Ladebucht von Atlantis gehievt.

„Prima Arbeit, Megan“, sagte ein Sprecher im Kontrollzentrum der US-Weltraumbehörde Nasa. „Es ist großartig, wieder mit Hubble in Berührung zu sein.“ Das Manöver war weltweit auf dem Nasa-TV und im Internet zu verfolgen. Bereits an diesem Donnerstag soll eine neue „Wide Field Camera 3“ installiert werden, die noch weiter in die Frühzeit des Universums schauen kann. Außerdem wird eine spezielle Vorrichtung eingerichtet, mit deren Hilfe künftige Shuttles Hubble transportieren können. Auch dieser Weltraumspaziergang, der um 14.16 Uhr MESZ beginnt, kann live im Internet verfolgt werden.

Es handelt sich um die fünfte und letzte Wartung des Teleskops, das seit 1990 im All ist. Ziel der elftägigen Mission, bei der fünf Außeneinsätze der Astronauten vorgesehen sind, Hubble für mindestens fünf weitere Jahre funktionsfähig zu halten. Seit 2006 arbeitet die Hauptkamera nur noch eingeschränkt, die Batterien werden schwach, und wichtige Sensoren sind ausgefallen. Die Mission gilt als ausgesprochen schwierig und nicht ohne Risiko.

Sorgen bereitet der Nasa vor allem große Teile Weltraumschrott auf der Umlaufbahn von Hubble und Atlantis. Sie stammen von einem chinesischen Satelliten, der 2007 bei einem Raketentest zerstört wurde. Am Mittwoch flog ein etwa zehn Zentimeter großes Trümmerteil an der Atlantis vorbei, ohne Schaden anzurichten. Die Astronauten waren vorsorglich vom Kontrollzentrum angewiesen worden, ein Ausweichmanöver vorzubereiten, was sich dann aber als nicht notwendig erwies.

Unterdessen gab die Nasa wegen vier Hitzekacheln Entwarnung, die beim Start von Atlantis am Montag beschädigt worden waren. Es handele sich lediglich um mehrere kleine Dellen, der Schaden am überlebensnotwendigen Hitzeschild scheine „sehr geringfügig“, sagte Flugdirektor Tony Cecacci im Kontrollzentrum in Houston (US-Bundesstaat Texas). Man sei nicht besorgt. 2003 war die Raumfähre „Columbia“ beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verglüht, weil es Schäden am Hitzeschild gab. Alle sieben Besatzungsmitglieder kamen damals ums Leben.

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