Rettungszüge
Nothelfer auf der Schiene

Ein Personenzug verunglückt bei hohem Tempo in einem Tunnel - ein Schreckensszenario. Für solche Notfälle hält die Bahn spezielle Rettungszüge bereit: Spätestens fünf Minuten nach dem Alarm müssen sie einsatzbereit sein.
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KasselEr wartet und wartet und wartet - auf den Ernstfall. In Kassel steht ein sogenannter Rettungszug, gebaut für Bahnunfälle in Tunneln auf der Schnellfahrstrecke zwischen Hannover und Würzburg. Seit mehr als 20 Jahren betreibt die Bahn den Zug, wartet ihn und hält ihn in Schuss. Zwei Lokführer sind an 365 Tagen im Jahr 24 Stunden in Bereitschaft und im Notfall innerhalb von fünf Minuten abfahrbereit.

Einen richtigen Einsatz hatte der Zug aber noch nie - glücklicherweise, wie Dirk Brill, Leiter des Notfallmanagements der DB Netz AG in Kassel sagt. So geht es auch den „Kollegen“ des Kasseler Zuges.

Insgesamt sind in Deutschland sechs dieser Rettungseinheiten stationiert. Sie stehen außer in Kassel noch in Hildesheim, Fulda, Würzburg und für die Schnellfahrstrecke Mannheim-Stuttgart in Mannheim und Kornwestheim bei Stuttgart.

Kein Rettungszug musste bislang zu einem richtigen Notfall mit Toten oder Verletzten ausrücken. Der Kasseler Zug etwa half bisher bei einem Unfall mit einer Schafherde vor einem Tunnel und bei einem brennenden Güterwaggon.

„Die Gefahr einer Entgleisung im Tunnel ist sehr gering“, heißt es bei der Bahn. Die Kosten aber nicht: Allein der Unterhalt für die sechs Züge kostet die Bahn rund zwölf Millionen Euro pro Jahr. Gerade hat die Bahn sieben neue Rettungszüge für rund 80 Millionen Euro in Auftrag gegeben. Sie sollen die alten ersetzen, einer ist als Reserve gedacht.

„Der Zug ist dafür entwickelt, Rettungstechnik in den Tunnel und Verletzte herauszubringen“, berichtet Brill von der DB Netz AG. Zudem ist durch permanenten Überdruck innen ein sicherer Rückzugsraum, wenn draußen giftiger Rauch oder Feuer entsteht.

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Die Bahn ist ein sicheres Verkehrsmittel

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  • das "Geplänkel" um die gefüllte oder trockene Leitung erschliesst sich mir persönlich im fachlichen Sinn nicht ganz...

    Die allgemeine Empörung ligt sicherlich auch an dem Klischee, dass die Feuerwehr an den Einsatzort kommt und sofort hektisch anfängt Wasser in die Flammen zu spritzen...

    Dem ist nicht ganz so: bei jedem Brandeinsatz steht sowieso zunächst die Menschenrettung auf dem Programm, erst wenn alle Menschen in Sicherheit sind, beginnt die Brandbekämpfung.

    Bei Bränden auf Bahngleisen ist es auch wichtig die Oberleitung zu erden (Storm+Wasser=ungesund), auch das dauert erfahrungsgemäß noch einige Zeit.

    Nun muss man sich mal noch fragen, was eigentlich die Feuerwehr macht, wenn es z.B. im Wald brennt. Leider hat Forst BW noch keine Druckleitungen in die einzelnen Waldgebiete verlegt. Hier greift man gewöhnlich auf einen sog. Pendelverkehr aus Löschfahrzeugen zurück.

    Die BF Stuttgart hat allein 10 "Standard"-Löschfahrzeuge mit je 2.000 Liter Wasser an Bord. Dazu kommen 2 größere Löschfahrzeuge mit je 5.000 Liter Wasser und noch weitere 10 "kleine" Lösschfahrzeuge mit "nur" je 1.000 Liter Wasser.

    Am anderen Ende des Fildertunnels ist dann aber zufällig auch noch der Flughafen. Ein Flughafen hat naturgemäß eine große Feuerwehr mit vielen großen Tanklöschfahrzeugen. Im Katastrophenfall kann der Flughafen auch noch ein Fahrzeug entbehren - nun lassen wir mal die großen Flughafenlöschfahrzeuge aussen vor, gehen wir mal nur von einem "kleinen" Löschfahrzeug für den Gebäudebrandschutz aus - bringt aber immerhin auch wieder 5.000 Liter Wasser.

    Ja und wenn wir das Spiel noch weitertreiben, haben wir ja noch ganz in der Nähe die Stadt Leinfelden-Echterdingen. Auch die hat eine große Feuerwehr: Von dort könen auch wieder 6 Fahrzeuge mit Wasser kommen (alle so um die 1.000 bis 2.000 Liter). Alle Fahrzeuge können bequem wie auf der Strasse in den Tunnel einfahren...

  • und wie lange würde es bei S 21 daueren bis der erste Tropfen Wasser zur Branklöschung fließt? Soweit ich mich noch erinnere 45 Minuten. Da hilft es gar nichs wenn die Rettungskräfte schnell vor Ort wären.

  • Die S21-Tunnel haben eine sog. feste Fahrbahn - ist für Feuerwehr- und Rettungsdienstfahrzeuge wie eine normale Strasse befahrbahr... Tatsächlich ist es schneller, wenn die Feuerwehr mit den Fahrzeugen einfach in den Tunnel fahren kann, asl wenn man auf einen Rettungszug wartet ;)

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