RFID
Der Alptraum der Ladendiebe

In einem Labor testet NXP den Einsatz von Funkchips in der Praxis: Die Halbleiter werden bald in noch mehr Bereiche des täglichen Lebens einziehen. In Bibliotheken sind die RFID-Chips schon weit verbreitet. Eingearbeitet in Etiketten könnte die Technik den Schutz vor Warendiebstahl revolutionieren.
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GRATKORN. Von mehreren Seilen gezogen rast eine Palette - beladen mit mehr als 300 Kisten - an Antennen vorbei. Vor und zurück - stundenlang. Spezialisten am Computer kontrollieren, ob das System auch jeweils alle Behälter korrekt erkennt. Denn jede Box ist mit einem eigenen RFID-Funkchip ausgestattet. Ob Kisten, Hosen oder Röhrchen: In einer schmucklosen Industriehalle in der Nähe von Graz testet der niederländische Chiphersteller NXP neue Anwendungsmöglichkeiten für die Halbleiter, die schon bald in viele Bereiche des täglichen Lebens einziehen werden.

Martin Schatzmayr greift sich eine weiße Bluse vom Kleiderständer und geht unter einer Antenne hindurch. Sofort läuten die Glocken, auf dem Notebook leuchtet ein rotes Signal. "Das System hat erkannt, dass jemand ohne zu bezahlen den Laden verlassen wollte", freut sich der Ingenieur, der das Versuchslabor leitet.

Die kleinen RFID-Chips könnten schon bald in Etiketten eingearbeitet werden und so den heutigen, klobigen Diebstahlschutz ersetzen. Doch das ist noch nicht alles: Die hauchdünnen Funkchips haben noch viele weitere Funktionen. Bringt der Ladenbesitzer zum Beispiel hinter dem Regal Antennen an, so weiß er immer ganz genau, wo sein Verkaufspersonal Ware auffüllen muss. Und er kann analysieren, an welchen Stellen sich welches Produkt am besten verkauft. Wo genau die Antennen hinter den Kleiderstapeln angebracht werden müssen, darüber brüten die Spezialisten in der Experimentierhalle von NXP in der Steiermark.

RFID ist keine neue Technik. In Bibliotheken etwa sind die Chips schon weit verbreitet. Auch Bauern kennen die kleinen elektronischen Bauteile bereits. Spätestens von 2010 an brauchen sämtliche Schafe und Ziegen in der EU eines. In Holland sind die Fahrräder damit ausgestattet. Für viele Anwendungen waren die Halbleiter bislang jedoch noch zu teuer oder nicht leistungsfähig genug. Doch das ändert sich jetzt und NXP, der Marktführer auf diesem Gebiet, versucht seine Kunden durch aufwendige Tests vom Einsatz zu überzeugen.

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