RFID
Funkchips erobern den Alltag

Die RFID-Erfassungstechnik wird robuster und billiger. Das lockt immer mehr Firmen an: Sie wollen die Funktechnik zur Steuerung ihrer Logistik und ihrer Warenwirtschaft einsetzen. Auch für schwierige Umgebungen, in denen Flüssigkeiten und Metalle bisher den Einsatz der berührungslosen Erfassungstechnik unmöglich machten, gibt es nun Lösungen.
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DÜSSELDORF/BERLIN. Zwischen Firmen und RFIDs funkt´s. Ob beim Zahlen des Fahrpreises im öffentlichen Nahverkehr, im Einzelhandel oder bei der Zutrittskontrolle in Stadien - zahlreiche Pilotprojekte und spezielle Anwendungen zeigen, dass die Erfassungstechnik reif ist für die Praxis. Vor allem im Ticketing habe sich die Funktechnik bewährt, sagt Andrea Huber, Geschäftsführerin des Informationsforums RFID. Immer mehr Firmen wollen den Funkchip aber auch zur Steuerung ihrer Logistik und Warenwirtschaft einsetzen, so Huber.

Gerade in der Krise sei das Interesse an den Funketiketten groß. "Seitdem die Technik und die Standards stehen, gibt es kaum noch Vorbehalte", bestätigt eine Sprecherin von GS1 Germany den Trend. Die Organisation vergibt in Deutschland die Barcodes und unterstützt Firmen dabei, Funkchips einzusetzen, um die Geschäftsabläufe zu optimieren.

Projekte wie das des Mittelständlers Scheren Logistik in Düsseldorf stimmen die Branche zuversichtlich. Der Logistikdienstleister setzt seit einem Jahr RFID-Chips bei der Erfassung des Warenein- und-ausgangs ein und nutzt die Technik zusätzlich, um die Abläufe im Lager zu optimieren. Durch den konsequenten Einsatz der Funkchips sei endlich der unterbrechungsfreie Warenfluss im Lager gelungen, so Geschäftsführer Jörg Scheren. Insgesamt reduziert das Unternehmen mit der RFID-Technik den Aufwand für die internen logistischen Abläufe um mehr als vier Stunden am Tag und senkt so die laufenden Kosten um rund 40 000 Euro pro Jahr.

Auch für schwierige Umgebungen, in denen Flüssigkeiten und Metalle bislang den Einsatz der berührungslosen Erfassungstechnik unmöglich machten, gibt es Lösungen. Siemens beispielsweise habe einen Funkchip entwickelt, der sogar an einem Behälter, der mit flüssigem Aluminium gefüllt ist, ohne Probleme funktioniert, berichtet Mike Henn, RFID-Projektmanager von GS1.

Auch bei der Erfassung von Paletten, auf denen Flüssigkeiten transportiert werden, ist man inzwischen erfolgreich. Ende vergangener Woche hat der Palettendienstleister Chep Deutschland die Ergebnisse eines Pilotprojekts vorgestellt, das er zusammen mit Coca-Cola, Rewe und dem Fraunhofer Institut für Logistik (IML) in Dortmund durchgeführt hat. In einem Praxistest sei es gelungen, die Daten von sechs Paletten (zwei nebeneinander und hintereinander) bei dem Transport mit einem Gabelstabler durch eine fünf Meter breite Tordurchfahrt eindeutig auszulesen.

"Das ist bislang einmalig und ein wichtiger Schritt bei der automatischen Erfassung von Getränkepaletten", sagt Ingo Pankoke, RFID-Forscher an der Versuchs- und Lehranstalt für Brauereien (VLB) in Berlin. In der Getränkebranche sei es üblich, dass von einem Gabelstabler gleich bis zu sechs Paletten auf einmal transportiert würden. Und das habe den RFID-Einsatz dort bislang unmöglich gemacht.

Die Herausforderung bestehe darin, den Transponder-Chip an der richtigen Stelle der Holzpalette anzubringen, erläutert IML-Entwickler Niko Hossain, der das RFID-System für das Projekt entwickelt hat. "Wir haben neueste Chips genommen und diese mithilfe einer Computersimulation optimal an der Palette platziert", erläutert Hossain das Vorgehen.

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