Rheuma
Körpereigene Stoffe stoppen Entzündungen in den Gelenken

Orthopäden aus Düsseldorf haben in der vergangenen Woche beim diesjährigen Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie in Berlin eine neue biologische Stoffklasse zur Behandlung von Autoimmunkrankheiten wie Rheuma vorgestellt. Hierbei handelt es sich um sogenannte Exosomen, die eine stark entzündungs- und schmerzhemmende Wirkung haben.

hsn BERLIN. „Diese winzig kleinen Zellpartikel, die von den weißen Blutkörperchen produziert werden, spielen bei der Steuerung des Immunsystems eine wichtige Rolle“, sagt Peter Wehling vom Zentrum für Molekulare Orthopädie in Düsseldorf. Durch Exosomen lerne das Immunsystem wieder, eigene Zellen als eigen und fremde Zellen als fremd zu erkennen.

Bei Gelenkrheuma, der Entzündung der Gelenke, liegt eine schwere Störung des Immunsystems vor: Die Immunzellen greifen die eigenen Gelenkzellen an und zerstören das Gelenk. Mit Hilfe der Exosomen könne dieser Prozess gestoppt werden, sagt Wehling. „In einzelnen klinischen Anwendungen hat sich die Rheumatherapie mit Exosomen als wirksam und sicher erwiesen“, fasste der Orthopäde die Erfahrungen zusammen. Es habe sich um Patienten gehandelt, bei denen klassische Basistherapien (Kortison, Methotrexat, Anti-TNF) nicht ausgereicht hätten, um einen Stillstand der Entzündung in einzelnen Gelenken zu bewirken.

Große randomisierte klinische Studien müssen nun zeigen, ob die lokale Behandlung mit Exosomen langfristig Vorteile gegenüber den herkömmlichen Therapien bietet bzw. diese dauerhaft ergänzt.

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