Riesenstern überrascht Forscher Heller als eine Million Sonnen

Astronomen sind einem der größten Sterne im Universum auf die Spur gekommen. Der Sternengigant ist höchst instabil, er strahlt eine Million Mal heller als unsere Sonne – und er ist nicht allein.
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Die künstlerische Darstellung zeigt den gelben Hyperriesen HR 5171 A und seinen deutlich kleineren Begleitstern. Quelle: dpa

Die künstlerische Darstellung zeigt den gelben Hyperriesen HR 5171 A und seinen deutlich kleineren Begleitstern.

(Foto: dpa)

DüsseldorfAstronomen haben den bislang größten gelben Riesenstern identifiziert. Der sogenannte Hyperriese im Sternbild Zentaur hat einen 1300-mal größeren Durchmesser als unsere Sonne und leuchtet eine Million Mal heller als sie – damit gehört er zu den zehn größten jemals entdeckten Sternen. Auf die Spur kamen ihm Wissenschaftler eines internationalen Forschungsteams, die Beobachtungen des Very Large Telescope Interferometer (VLTI) der europäischen Südsternwarte ESO in Chile auswerteten.

Gelbe Hyperriesen sind sehr selten. Nur zwölf davon sind in unserer Milchstraße überhaupt bekannt. Sie gehören zu den größten und hellsten bekannten Sternen und befinden sich in einer Lebensphase, in der sie instabil sind und sich sehr schnell verändern. Aufgrund dieser Instabilität stoßen gelbe Hyperriesen Materie ab, wodurch eine ausgedehnte Atmosphäre um den Stern entsteht.

Europas Auge ins All
huGO-BildID: 7118125 Sunset view seen from the Paranal hill next to one of the four optical telescopes of the European Austral Observatory (ESO) 22 A
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Am 5. Oktober 1962 unterzeichneten Deutschland, Belgien, Frankreich, die Niederlande und Schweden die Gründungsvereinbarung der Europäischen Südsternwarte Eso. Es war die Geburtsstunde einer der erfolgreichsten europäischen Forschungseinrichtungen.

Vor zehn Jahren begann die "Jagd" auf Planeten
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Die Europäische Südsternwarte (Eso) betreibt in der chilenischen Atacama-Wüste an drei Standorten Teleskope, darunter das hier abgebildete VLT (Very Large Telescope). Es besteht aus vier Teleskopen, die miteinander kombiniert werden können, um Objekte noch in extremer Entfernung sichtbar werden zu lassen. Mit dem VLT ließe sich eine Ein-Euro-Münze aus einer Entfernung von 5000 Kilometern erkennen.

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Die Bedingungen für astronomische Beobachtungen sind in der chilenischen Wüste besonders gut: Die Luft ist klar und trocken, zudem liegen die Teleskope weitab von größeren Städten mit ihren störenden Lichtquellen. Kein Wunder, dass den Astronomen immer wieder einzigartige Schnappschüsse von tief im Weltall verborgenen Objekten gelingen. Die folgende Bilder zeigen eine Auswahl.

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Diese aus mehreren Bildern verschiedener Teleskope zusammengesetzte Aufnahme zeigt die 14 Millionen Lichtjahre entfernte Galaxie Centaurus A. Neben dem auffälligen Staubband, das die Galaxie durchzieht, sind auch die beiden "Fontänen" gut erkennbar, die aus dem Zentrum der Sternenwelt ragen. Dabei handelt es sich um Gasströme, die durch ein Schwarzes Loch im Zentrum der Galaxie mit extremer Geschwindigkeit ins All geschossen werden.

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Ein Blick ins Herz unserer Heimatgalaxie, der Milchstraße. Beherrschend das dunkle Staubband, in dem verborgen das Zentrum der Galaxis liegt. Eingebettet im Staub liegen - rötlich leuchtend - einige bekannte Sternentstehungsgebiete der Milchstraße wie der Lagunennebel und der Trifidnebel. Auch die farbenfrohe Region auf der rechten Bildseite enthält eine bekannte Sternenwiege, die Rho-Ophiuchi-Molekülwolke.

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Der Katzenpfoten-Nebel, rund 5500 Lichtjahre von der Erde entfernt, hat eine Ausdehnung von etwa 50 Lichtjahren. In seinem Inneren bilden sich ständig neue, sehr massereiche Sterne.

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Zu den Klassikern der Astrofotografie zählt der Pferdekopfnebel. Die auffällige Dunkelwolke, rund 1.500 Lichtjahre von der Erde entfernt, wurde von Astro-Fans bei einer Umfrage der Nasa als das Objekt bestimmt, das vom Hubble-Teleskop zu seinem 11. "Geburtstag" fotografiert werden sollte.

Die hier gezeigte ESO-Aufnahme lässt erkennen, dass der Pferdkopf kein starres Gebilde ist. Seine Staub- und Gaswolken sind in ständiger Bewegung, so dass der Nebel seine charakteristische Form in einigen Jahrtausenden verloren haben wird.

Die Astronomen bedienten sich bei ihrer Untersuchung einer Technik namens Interferometrie. Dabei wird das einfallende Licht mehrerer einzelner VLT-Teleskope kombiniert und so effektiv ein riesiges Teleskop mit einem Durchmesser von bis zu 140 Metern geschaffen. Die so gewonnenen Ergebnisse veranlassten die Wissenschaftler dazu, auch ältere Beobachtungen des Sterns nochmals zu untersuchen, um zu betrachten wie der Stern sich in der Vergangenheit verhalten hat.

Dabei zeigte sich, dass HR 5171 A – so der wissenschaftliche Name des Sterns – im Verlauf der letzten 40 Jahre immer größer geworden ist. Mittlerweile lässt er sich, trotz einer beeindruckenden Entfernung von fast 12.000 Lichtjahren, von der Erde aus gerade noch mit bloßem Auge ausmachen.

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