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Riesige Kinderlähmung-Impfaktion Afrikas

Zur Ausrottung der Kinderlähmung hat in Afrika die größte Impfkampagne in der Geschichte des Kontinents begonnen. Eine Mill. Freiwillige sind vier Tage lang in West- und Zentralafrika unterwegs, um 80 Millionen Kinder in 23 Ländern zu impfen.

dpa GENF. Zur Ausrottung der Kinderlähmung hat in Afrika die größte Impfkampagne in der Geschichte des Kontinents begonnen. Eine Mill. Freiwillige sind vier Tage lang in West- und Zentralafrika unterwegs, um 80 Millionen Kinder in 23 Ländern zu impfen.

„Afrika wird zeigen, dass es einen Erfolg haben kann und will, wenn es um die Ausrottung der Kinderlähmung geht“, sagte WHO- Polioexperte David Heymann in Genf. Die freiwilligen Helfer - Lehrer, Eltern, Pfadfinder - bringen entweder den Impfstoff zu den Kindern oder unterhalten die Impfstationen.

Heymann verwies darauf, dass die Kampagne vom nord-nigerianischen Staat Kano ausgehe, von wo aus sich die Kinderlähmung (Polio) wieder in Afrika ausgebreitet hatte. „Es ist eine wirkliche Tragödie, denn bis auf zwei waren die afrikanischen Länder bereits poliofrei“, sagte der Experte. Muslimische Kleriker hatten gegen Polio-Impfkampagnen Front gemacht und behauptet, mit dem Impfstoff wollten die USA die muslimische Bevölkerung unfruchtbar machen. Allein in diesem Jahr seien 786 Kinder gelähmt worden, wovon 87 Prozent in Schwarzafrika lebten, sagte Heymann.

Am 18. November folgt eine zweite Impfrunde, die dann noch einmal im nächsten Jahr fortgesetzt werden soll. Kinderlähmung tritt auch noch in Indien, Pakistan, Afghanistan und Ägypten auf. Auch dort laufen Impfkampagnen. Die Vereinten Nationen haben sich die weltweite Ausrottung der Kinderlähmung auf die Fahnen geschrieben. Seit 1988 sind mehr als drei Mrd. Dollar (2,4 Mrd. Euro) in die Initiative geflossen, die Zahl der Polio-Länder konnte drastisch reduziert werden. Für die nächsten Runden der Massenimpfungen sind nach WHO-Angaben noch einmal 200 Mill. Dollar nötig.

Europa war im Jahr 2002 von der WHO für poliofrei erklärt worden. In Deutschland werden Kinder jedoch weiterhin aus Vorsorgegründen gegen die Krankheit geimpft.

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