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Ringförmige Sonnenfinsternis über Europa

In vollkommener Pracht hat sich die Sonnenfinsternis am Montag über Europa nur in Spanien gezeigt.

dpa MADRID/OFFENBACH. In vollkommener Pracht hat sich die Sonnenfinsternis am Montag über Europa nur in Spanien gezeigt. Millionen Spanier konnten eine ringförmige Sonnenfinsternis beobachten, bei der sich die dunkle Neumondscheibe vollständig vor die Sonne schob und nur einen leuchtenden schmalen Sonnenring erstrahlen ließ.

In weiten Teilen Deutschlands verstellten dichte Wolken und Regenschauer den Blick auf den Gestirnentanz. Im Norden war dagegen mittags eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen.

Ein oberitalienisches Regentief hat nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach die Beobachtung von Sonne und Mond hier zu Lande weithin vermasselt. Gute Chancen habe es nur etwa nordwestlich einer Linie Eifel-Rügen gegeben, sofern es dort keinen Nebel gab, sagte Meteorologin Dorothea Paetzold. So war in Hamburg und auf der Nordseeinsel Sylt die Sternenschau zu bewundern. In Deutschland bedeckte der Mond je nach Ortslage zwischen 35 Prozent der Sonne im Nordosten und 57 Prozent im Südwesten.

Hobby-Astronomen reagierten enttäuscht. „In ganz Süddeutschland war nichts zu sehen“, sagte Wolfgang Steinicke, Sprecher der Vereinigung der Sternfreunde, im badischen Umkirch. Der Verein hatte das Spektakel mit Bildern vom Rheinahrcampus in Remagen am Rhein live im Internet gezeigt. „Zum Glück konnten wir auch Berichte aus Spanien zeigen“, sagte Steinicke. Und: „Eine partielle Sonnenfinsternis tritt alle paar Jahre ein, deshalb ist das heute nicht tragisch.“

In Spanien und einigen afrikanischen Ländern - die Bahn der Finsternis verlief von Algerien über den Sudan bis Somalia - zeigte sich eine ringförmige Finsternis. In Spanien war sie in einem 180 Kilometer breiten Korridor von Pontevedra im Nordwesten über Madrid bis nach Alicante im Südosten zu beobachten. In allen Städten des Landes zogen die Menschen auf freie Plätze und auf Hausdächer, um die Sonnenfinsternis zu beobachten. Auf dem Höhepunkt bedeckte der Mond die Sonne zu 90 Prozent. Vier Minuten lang war von der Sonne nur ein hell leuchtender „Feuerring“ zu sehen. Die Lichteinstrahlung ließ merklich nach, etwa wie bei einem Sonnenuntergang.

Die Behörden hatten seit Tagen davor gewarnt, die Sonnenfinsternis ohne Schutzbrille anzuschauen. In vielen Apotheken und Optikerläden waren die Brillen jedoch ausverkauft. Zuletzt hatte es in Spanien eine Sonnenfinsternis dieser Art im Jahr 1 764 gegeben (manche Wissenschaftler sprechen auch von 1 777). Die nächste wird 2026 erwartet.

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