Roboter Cimon Fliegender Assistent soll Astronauten helfen

Cimon ist ein Assistenz-Roboter, der im Sommer mit Alexander Gerst zur ISS fliegen wird. Er soll den Astronauten beim Stressabbau helfen.
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Till Eisenberg, Leiter des Projektes Cimon bei Airbus Defence and Space Friedrichshafen, bei der Präsentation des fliegenden Roboters. Der ballförmige Cimon soll künftig Astronauten bei ihren Aufgaben im All unterstützen. Quelle: dpa
Roboter Cimon soll Astronuaten unterstützen

Till Eisenberg, Leiter des Projektes Cimon bei Airbus Defence and Space Friedrichshafen, bei der Präsentation des fliegenden Roboters. Der ballförmige Cimon soll künftig Astronauten bei ihren Aufgaben im All unterstützen.

(Foto: dpa)

FriedrichshafenEr ist weiß, so groß und rund wie ein Medizinball und sein Display zeigt ein freundlich lächelndes Gesicht. „Hallo, ich bin Cimon“, kann der Roboter sagen, weitere rund 1000 Sätze sind in der Datenbank abgespeichert.

Cimon ist eine Art fliegendes Helferlein mit künstlicher Intelligenz, das im Sommer mit dem Astronauten Alexander Gerst zur Internationalen Raumstation ISS fliegen soll. Seine Aufgaben: Fragen beantworten, Hintergrundinfos liefern, Videos und Tondateien abspielen, vor Gefahren warnen – und auch für Unterhaltung sorgen. Denn der Name Cimon steht für „Crew Interactive Mobile Companion“ – zu Deutsch etwa: Interaktiver mobiler Begleiter der Besatzung. Und genau das soll der Roboter auch sein.

Das Unternehmen Airbus Defence and Spacehat Cimon gebaut, im Auftrag des DLR Raumfahrtmanagements und in Zusammenarbeit mit IBM. Cimon werde mit den Astronauten sozial interagieren, sagt Projektleiter Till Eisenberg.

Mit den Augen eines Astronauten
Astronautenfotos
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Alle Wege führen - in diesem Fall nicht nach Rom, sondern nach Lüttich. Astronauten der Raumstation ISS gelang dieser Schnappschuss der belgischen Metropole mit "NightPod", einem speziellen Instrument für Nachtaufnahmen.

Erde aus dem All
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Bei hellem Tageslicht sehen wir hier die Inseln des Mergui-Archipel im Indischen Ozean vor der Küste Myanmars. Flüsse transportieren Sediment vom Festland ins Meer und lassen den vergleichsweise flachen Ozean rund um die mehr als 800 Inseln hellblau bis weiß erscheinen. In deutlichem Kontrast dazu steht das Dunkelblau der Tiefsee am linken Rand des Bildes.

Erde aus dem All
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Vulkane zählen zu den spektakulärsten Naturschauspielen und sind auch aus dem All gut zu erkennen. Hier sehen wir das Vulkanfeld des argentinischen Feuerbergs Payun mit seinen mehr als 300 aktiven Schloten.

Erde aus dem All
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Auch die sibirische Halbinsel Kamtschatka zählt zu den vulkanisch aktiven Regionen unseres Planeten. Aus dem All gut zu erkennen ist der Lavafluss des Vulkans Tolbatschik, der nach 36 Jahren Ruhe im November 2012 wieder ausbrach.

Astronautenfotos
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Der Vulkan Ulawun auf Papua-Neuguinea, gesehen aus der Perspektive eines Astronauten auf der ISS.

Erde aus dem All
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Nicht Feuer, sondern Wasser ist das beherrschende Element auf diesem Bild. Es zeigt überflutete Gebiete im Süden Mosambiks, wo der Fluss Limpopo nach anhaltenden Regenfällen über die Ufer trat.

Erde aus dem All
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Die an Kondensstreifen von Flugzeugen erinnernden Wolkenformationen markieren Schiffsrouten auf dem östlichen Pazifik. Die Himmelsstriche entstehen, wenn Wasserdampf an Partikeln aus den Abgasen der Schiffsmotoren kondensiert.

Cimon kann in der Schwerelosigkeit frei fliegen und reagiert auf Sprachbefehle. Er hat einen propellerartigen Antrieb, ein acht Zoll großes Display, zwei große Batterien und mehrere Sensoren und Kameras, um navigieren zu können. Gesicht, Stimme und die künstliche Intelligenz sollen ihm eine möglichst menschliche Wirkung verleihen und ihn dadurch zu einer Art Kollegen der Crew machen.

Dafür trainiere Cimon beispielsweise auch, seinen menschlichen Partner – in diesem Fall Alexander Gerst – zu erkennen, etwa durch Stimmbeispiele und Fotos. Und um den Astronauten wirklich für sich einzunehmen, hat Cimon in seiner Datenbank auch die Lieblingsmusik von Gerst gespeichert.

Dieser wiederum habe bei der Stimme und dem Display-Gesicht von Cimon mitbestimmen können, damit er sich mit seinem elektronischen Kollegen leichter anfreunden könne, so Eisenberg. Und falls die Astronauten – wie es viele Menschen auf der Erde mit sprachgesteuerten Assistenten wie „Alexa“, „Cortana“ oder „Siri“ schon längst getan haben – testen wollen, ob Cimon Humor kennt: Er hat auch ein paar Witze parat.

Er sei gespannt, wie Cimon sich verhalten werde, sagte Alexander Gerst kürzlich im Interview mit der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren. „Das ist ein Testbetrieb, also man darf sich das jetzt noch nicht so vorstellen, als ob er mir Kaffee bringt und Werkzeuge.“ So weit sei Cimon leider noch nicht. „Aber das ist das Schöne daran, wenn man Technologien entwickelt, wir wollen herausfinden, wie man so ein Ding bauen muss, dass es einem wirklich was hilft.“

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