Roboter
Künstliche Aushilfen sind noch nicht so weit

Sie schweißen, fräsen, lackieren oder bohren: EU-Forscher haben Roboter für das Handwerk entwickelt. In mittelständischen Betrieben wurden die Automaten getestet. Nun endet der Projektversuch. Noch sind viele Probleme ungelöst, zum Beispiel die Sicherheit.
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KÖLN. Seit rund zwei Jahren ist bei Maschinenbau Treffler im schwäbischen Pöttmes-Echsheim ein neuer Mitarbeiter im Einsatz. Zusammen mit seinen 75 Kollegen baut er mechanische Teile für Schiffsmotoren und Unkrautvernichter. Das besondere: „Robbi“, der Kollege, der hier den ganzen Tag Metalle zusammen schweißt, ist kein Mensch, sondern ein Roboter - und er arbeitet Seite an Seite mit dem Rest des Teams.

Der Automat ist ein Prototyp des viel beachteten EU-Projekts „SME-Robot“, das nun, vier Jahre nach seinem Start, ausläuft. Ein Konsortium von Roboterherstellern wollte unter der Aufsicht des Fraunhofer Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung (IPA) in Stuttgart zusammen Roboter entwickeln, die auch in kleinen Betrieben arbeiten können, dort, wo anders als in der Großindustrie nur in geringen Stückzahlen gearbeitet wird.

Nach dem heutigen Stand der Technik dürfen Industrieroboter nur in abgesicherten Bereichen arbeiten, hinter Gittern oder Lichtschranken. Doch das verhindert nicht nur, dass sich Mitarbeiter an dem stählernen Kollegen verletzen, sondern auch eine noch engere Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschine. Das soll sich ändern. Die Hersteller versprechen: Künftige Roboter erkennen von selbst, was um sie herum passiert. Nähert sich ein Kollege, drosseln sie ihre Arbeitskraft oder weichen sogar aus.

Es soll jetzt noch drei bis fünf Jahre dauern, bis die Prototypen sich in Serien-Modelle verwandelt haben, sagt Martin Hägele, der SME-Robot für das IPA koordiniert, denn nicht nur das Sicherheitsproblem ist längst nicht vollständig gelöst. Lediglich einzelne Softwarefunktionen könnten bereits früher in bestehenden Robotern auftauchen.

Bei Pilotanwendern wie dem Schreinermeister Josef Som beschränken sich die Automaten auf wenige Tätigkeiten. Der rote Roboter mit Knickarm und Werkzeugadapter geht Som und seinen vier Mitarbeitern bisher nur beim Fräsen, Lackieren und Bohren zur Hand. Seit rund anderthalb Jahren steht der Automat in seiner Werkstatt in Michelstadt im Odenwald. „Im Prinzip kann der Roboter jede Tätigkeit, aber er wurde bewusst auf drei beschränkt“, erklärt Franz Som, der Bruder des Schreiners. Franz Som hat den Roboter mitentwickelt, als Leiter der Steuerungsentwicklung bei Reis Robotics.

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