Roosevelt Island
Von der Insel der Aussätzigen zum High-Tech-Campus

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Start-up-Kurse und finanzielle Hilfen

Ziel des neuen Campus ist es, Jobs zu schaffen, die durch Firmengründungen der Studenten entstehen sollen. „Unsere Arbeit wird sich auf viel mehr Menschen auswirken als nur unsere Studenten“, ist die Informatik-Pionierin und Cornell-Präsidentin Martha Pollock überzeugt.

Um das zu schaffen, besteht ein Drittel des Curriculums der Studenten aus praxisnahem Arbeiten. Start-up-Kurse und finanzielle Hilfen für jene, die nicht auf reiche Investoren aus der Familie zählen können, gehören zum Programm. Die Großbank Citibank siedelt einige Analysten für Cybertech und Big-Data direkt auf dem Campus an, um am Puls der Zeit zu sein.

Heute denkt man bei Technologie-Unternehmen vor allem an das Silicon Valley. Dabei hat auch New York eine Historie in dem Feld: Viele Technologie-Firmen hatten in New York ihren Anfang, bevor sie in den Norden oder an die Westküste zogen: Zu den historischen Technologie-Pionieren New Yorks gehören George Eastman, der später Eastman Kodak gründete, ebenso wie Thomas Edison und der Air-Condition-Pionier Willis Carrier und Thomas Watson, der später IBM gründete.

Diesen Geist soll Cornell Tech auf Roosevelt Island nun wiederbeleben. Für die Bewohner der Insel heißt das vor allem, dass die Mieten steigen. Die Gegend war zuvor von staatlichen Mietwohnungen geprägt, mit einigen privaten Ausnahmen. Unter jungen Menschen war die Insel nicht wirklich angesagt. Das konnten auch illustre Bewohner wie Uno-Generalsekretär Kofi Annan nicht ändern.

Mit Cornell Tech dürfte sich das ändern. Zum Campus gehört auch ein 25-stöckiges Wohnhaus für Studenten und Lehrkräfte. Viele der Studenten wollen auch nach dem Studium in New York bleiben. David Cheng, der im Zuge seines Masters mit drei anderen die App „Speech Up“ – ein spielerisches Training für Kinder mit Sprachstörungen – entwickelt hat, hat keinen Zweifel: „Wir haben in New York ein Reichtum an Kulturen und Branchen, die das Silicon Valley nicht bieten kann“, sagt der 29-Jährige.

Nun muss die neue Uni noch Druck auf bessere Verbindungen zur Insel machen. Der F-Train ist die einzige U-Bahn, die auf Roosevelt Island hält - und sie ist notorisch unzuverlässig. Die Seilbahn fährt wegen Reparaturarbeiten nur mit halber Kraft und nur alle 15 Minuten nach Manhattan. Immerhin gibt es seit neuestem eine Fährverbindung zur Insel. Für Gefangene und Pocken-Kranke war die Isolation damals willkommen. Für High-Tech-Unternehmer und Studenten ist sie es nicht.

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Katharina Kort
Katharina Kort
Handelsblatt / Korrespondentin

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