Roosevelt Island Von der Insel der Aussätzigen zum High-Tech-Campus

Vom Ort der Aussätzigen zur Drehscheibe der Tech-Industrie: Der ehemaligen New Yorker Gefängnisinsel Roosevelt Island wird neues Leben eingehaucht. Durch den Tech-Campus soll der Erfindergeist alter Pioniere wehen.
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High-Tech-Uni auf der „Insel der Aussätzigen“

High-Tech-Uni auf der „Insel der Aussätzigen“

New YorkIm Film kämpfte Spiderman auf der roten Seilbahn, die Roosevelt Island mit dem New Yorker Festland verbindet, gegen den Grünen Kobold und machte die Insel weltberühmt. Seitdem pilgern Touristen zu dem Eiland, das sonst nicht viel zu bieten hatte.

Früher galt die Insel mit ihrem Gefängnis, ihren Krankenhäusern und einer berüchtigten Nervenheilanstalt vor allem als Ort der Aussätzigen im New Yorker East River. Nun siedelt sich hier mit dem neuen Campus der „Cornell Tech“ ein Technologie-Institut an, das Forschung und Unternehmen vereinen und neue Jobs schaffen soll. IBM-Chefin Ginni Rometty reiste persönlich zur Einweihung an.

Hörsäle mit gläsernen Fassaden, die den Blick freigeben auf die Skyline von Manhattan mit dem Chrysler-Building und dem Uno-Hochhaus auf der einen Seite und auf die neuen Hochhäuser von Long Island City in Queens auf der anderen Seite. Die Architektur des Campus ist vom Feinsten.

Der neue Ingenieurs- Campus der Elite Uni auf Roosevelt Island in New York. Im Hintergrund: die Queensboro Bridge. Quelle: dpa
Campus Cornell Tech

Der neue Ingenieurs- Campus der Elite Uni auf Roosevelt Island in New York. Im Hintergrund: die Queensboro Bridge.

(Foto: dpa)

Das neue Projekt auf der Insel ist aber vor allem ein weiterer Beweis dafür, dass sich die Finanzhauptstadt New York immer mehr zum wichtigen Technologie-Hub mausert. Die Zahl derer, die in Technologie-Jobs arbeiten, hat mit 350.000 zuletzt die jener überholt, die in der Finanzwelt ihr Geld verdienen. Lange fanden Informatiker und Software-Ingenieure nur an der Westküste im Silicon Valley interessante und gut bezahlte Jobs. Doch das ändert sich, seit sich auch Städte wie New York als Alternativen etablieren.

Manhattans grüner Sturmschutzwall
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Wo nach dem Orkan 2012 Wassermassen durch die Straßen flossen, soll künftig im Ernstfall alles trocken bleiben. Der Spatenstich für die erste Meile von "The Big U" ist für 2017 angekündigt.

Bilder: BIG

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Durch die steigende Erderwärmung nahmen die Orkane im Nordosten der USA in den vergangenen Jahrzehnten stetig zu. Die tropischen Stürme erreichen stellenweise eine Windgeschwindigkeit von über 180 km/h. Sturm Sandy raste Ende Oktober 2012 mit 150km/h auf New York zu und richtete auf der Insel und den angrenzenden Stadtteilen wie Staten Island und in Brooklyn verheerende Schäden an.

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Die Insel Manhattan war dem Wirbelsturm gnadenlos ausgeliefert: Wind und Wasser peitschten stundenlang durch die Straßen, gut 50 Prozent der Stadt waren akut gefährdet. Der damalige Bürgermeister Michael Bloomberg ordnete die Evakuierung von 375.000 Bewohnern in besonders kritischen Gegenden in Manhattan und Brooklyn an. Auch auf Long Island verließen die Menschen ihre Häuser. Das Leben der Millionenstadt stand nach Sandy fast still. In vielen Teilen der Stadt fiel tagelang der Strom aus, Wohnungen standen unter Wasser.

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Mit dem Wind kamen die Fluten: Sandy wirbelte durch New York und hinterließ allein im Stadtgebiet einen Schaden von über 20 Milliarden Dollar. Wassermassen drängten sich durch Lower Manhattan, Autos schwammen auf den Straßen, U-Bahnen und Fähren standen still. Die Aufräumarbeiten zogen sich über Wochen hinweg.

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Um die Wiederholung einer ähnlichen Katastrophe zu vermeiden, soll in den nächsten Jahren eine Schutzmauer um Manhattan gebaut werden. Ein acht Meilen (13 Kilometer) langes Flutschutz-System legt sich dann den Plänen von BIG nach als Puffer um die Insel. Die Regierung hatte knapp 60 Milliarden Dollar bereit gestellt – zum Wiederaufbau, aber auch zur Prävention.

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Den BIG-Plänen nach wird mit "The Big U" nicht nur ein Schutz sondern auch zusätzlicher Lebensraum für New York geschaffen. Das Projekt integriert Parkanlagen, Aussichtsplattformen, Wiesen und Sportplätze. Als Vorbild orientierte sich das Team an der Highline, der zum Park umgebauten stillgelegten Hochbahnstrecke im Westen Manhattans.

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Im Fall eines erneuten Wirbelsturmes sollen die heranpeitschenden Wassermassen von der drei bis 5 Meter hohen Wand abgehalten werden. Lower Manhattan würde so einer erneuten Überflutung entgehen, die Konsequenzen eines Sturmes sollen durch "The Big U" auf ein Minimum reduziert werden.

Der neue Campus auf Roosevelt Island ist das Ergebnis einer Zusammenarbeit zwischen der Ivy-League-Universität Cornell und der israelischen Elite-Universität „Technion-Israel Institute of Technology“. Das Projekt geht noch auf den früheren Bürgermeister Michael Bloomberg zurück. Er wollte der Stadt mit dem High-Tech-Zentrum ein weiteres Standbein verschaffen. Der Selfmademan, der mit Informationstechnologie ein Milliardenvermögen erwirtschaftete, gehört mit 100 Millionen Dollar von seiner Familienstiftung zu den großen Sponsoren des neuen Campus.

„Cornell Tech ist eine Investition in die Zukunft von New York City“, sagte Bloomberg bei der Eröffnungszeremonie. Technologische Innovation habe eine zentrale Rolle dabei gespielt, aus New York eine globale wirtschaftliche Hauptstadt zu machen. „Es muss weiter eine zentrale Rolle spielen, damit New York eine globale wirtschaftliche Hauptstadt bleibt“, ist Bloomberg überzeugt.

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