Rosetta ist unterwegs
Kometen als Medienereignisse

Am Dienstagmorgen hat die Esa nach mehrmaliger Startverzögerung die Sonde Rosetta auf ihre lange Reise ins All geschossen. In zehn Jahren soll sie einmal eine Landeeinheit auf einem Kometen absetzen. Der erfolgreiche Start wird von den Medien viel beachtet, weil er der europäischen Raumfahrtindustrie nach einem Ariane-Fehlstart vor gut einem Jahr nun neue Chancen auf dem Markt für Trägersysteme öffnet.

DÜSSELDORF. Aber auch das ferne Ziel, ein Komet mit dem Namen Churyumov-Gerasimenko, hat der Mission eine besondere Medien-Aufmerksamkeit beschert.

Denn Kometen haben die Menschen seit jeher fasziniert, ihnen Angst eingeflößt und ihre Phantasie angeregt. Warum eigentlich? Es muss damit zu tun haben, dass Kometen scheinbar plötzlich aus den Weiten des Alls auftauchen, bei ihrer Runde um die Sonne einen spektakulären Schweif hinter sich her ziehen und dann wieder in das unendliche Dunkel verschwinden, aus dem sie gekommen sind.

Irgendwann kommen sie wieder, und manchmal krachen sie dabei auf einen Planeten. Wie damals, als vom 16. bis zum 22. Juli 1994 der Komet Shoemaker-Lavy 9 vom Schwerefeld des Jupiter in 21 Teile zerrissen wurde, die dann einer nach dem anderen unter spektakulären Lichterscheinungen aufschlugen. Jedes der Bruchstücke hätte auf der Erde eine globale Katatrophe auslösen können. Allein die Vorstellung ließ einem Schauer über den Rücken laufen.

Aber es war vor allem die Macht der Bilder, welche die Zuschauer des Natur-Großereignisses in ihren Bann zog. aufnahmen von den Weltraumsonden Galileo, Hubble, Voyager 2, Ulysses, Rosat und von irdischen Observatorien wie dem Keck Telescope, dem Deep Space Network und dem European Southern Observatory gingen um die Welt. Und zum ersten Mal war auch das Internet dabei: Die Website des Jet Propulsion Laboratory bot allein 1 400 Bilder an und verzeichnete 7 Millionen Zugriffe. Für damalige Verhältnisse war das sensationell, denn die meisten Surfer gingen noch mit 9600 Bits pro Sekunde ins Internet.

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