„Rosetta“-Mission
„Ritt auf dem Kometen“

„Rosettas“ Komet Tschuri erreicht am Donnerstag den sonnennächsten Punkt: Indes wird die Flugbahn der Esa-Sonde ständig der Aktivität des Kometen angepasst – und muss bis zu 122.000 Stundenkilometern folgen.
  • 0

KölnDer Zielkomet der europäischen „Rosetta“-Mission hat es eilig in diesem Tagen: 122.400 Stundenkilometer wird der kurz Tschuri genannte Komet 67P/Tschurjumov-Gerasimenko schnell sein, wenn er am Donnerstag den sonnennächsten Punkt seiner Umlaufbahn erreicht.

Das Datum markiert einen weiteren Meilenstein des historischen "Rosetta"-Projekts, mit dem die Europäische Weltraumagentur ESA wissenschaftliches Neuland betreten hat und das „Rosetta“-Flugdirektor Andrea Accomazzo in einer Zwischenbilanz als "extrem spannend und erfolgreich" beschreibt.

Tschuri wird der erste Komet sein, den Forscher auf der Erde bei seiner größten Annäherung an die Sonne aus allernächster Nähe beobachten können: Mit der „Rosetta“-Muttersonde im Orbit und dem kleinen Landeroboter „Philae“ auf seiner Oberfläche befindet sich der Komet nun unmittelbar vor dem „Wendepunkt“ seiner Bahn – anschließend wird er sich mit seinen irdischen Begleitern wieder langsam von der Sonne entfernen, um erst nach rund sechseinhalb Jahren wieder in die Nähe unseres Zentralgestirns zurückzukehren.

Auf Tschuris Anflug zur Sonne haben die Missionswissenschaftler seit Monaten beobachten können, wie der wenige Kilometer große Brocken aus Eis, Staub und gefrorenen Gasen durch die zunehmende Sonnenenergie langsam aktiv wurde.

Denn wenn sich Kometen der Sonne nähern, bilden die als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems geltenden Himmelskörper Schweife und eine charakteristische Hülle um ihren Kern aus, die sogenannte Koma.

Je aktiver Tschuri wurde, desto schneller mussten die Wissenschaftler am Boden auf Veränderungen an dem Kometen reagieren und die Umlaufbahn der „Rosetta“-Sonde um Tschuri anpassen.

„Die vom Kometen ausströmenden Staubteilchen können die Sternensensoren von 'Rosetta' stören“, sagt Accomazzo im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP – mit der Folge, dass sich die seit einem Jahr um den Kometen kreisende Sonde nicht mehr am Sternenhimmel orientieren kann.

Kommentare zu " „Rosetta“-Mission: „Ritt auf dem Kometen“"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%