Rover Curiosity

Marathonmann im Mars-Einsatz

Vor drei Monaten landete der Rover Curiosity auf dem Mars. Inzwischen ist es ruhiger um ihn geworden, dabei hat seine Arbeit erst begonnen. Die ersten Ergebnisse des vollautomatischen Marsforschers machen Lust auf mehr.
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Die künstlerische Darstellung zeigt den Marsroboter Curiosity beim Erkunden der Marsoberfläche. Quelle: dpa

Die künstlerische Darstellung zeigt den Marsroboter Curiosity beim Erkunden der Marsoberfläche.

(Foto: dpa)

WashingtonDie Show ist vorbei, die Arbeit hat begonnen: Nach dem Hype um die Mars-Landung des Rovers Curiosity vor genau drei Monaten ist es inzwischen deutlich ruhiger um die Mission geworden. Nur noch wenig hört man vom Nasa-Wissenschaftler und Internet-Star „Mohawk Guy“, der durch sein auffälliges Aussehen nach der Marslandung die Schlagzeilen bestimmte. Und die Pressekonferenzen, bei denen die Nasa anfangs fast täglich über den Fortschritt der Mission informierte, finden nun nur noch alle paar Wochen statt.

Richtig traurig ist darüber aber niemand bei der Weltraumbehörde. Endlich könne man sich voll auf die Arbeit konzentrieren, heißt es aus dem Raumfahrtzentrum im kalifornischen Pasadena. Die heißt: forschen, forschen, forschen.

Wie Curiosity unsere Neugier stillt
Mars Curiosity
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Gesteine auf dem Mars: Rover „Curiosity“ hat bereits erste Spuren hinterlassen. Bei der Landung hat der Roboter offenbar Steine aufgewirbelt. In den nächsten Wochen und Monaten soll „Curiosity“ solche Gesteine aufsammeln und analysieren. Wissenschaftler erhoffen sich dabei Beweise dafür, dass es einmal Leben auf dem Mars gab.

NASA handout photo of target for Curiosity rover's Chemistry and Cmaera instrument
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Einen ersten Test soll „Curiosity“ an diesem Stein starten. Er soll mit der „Chemistry and Camera“ (ChemCam) des Rovers zerstört werden. Das Instrument ChemCam soll mit einem Laser auf den N165 genannten Stein feuern. Mit einem Teleskop wird das Instrument dann die Reaktion des Gesteins analysieren und die chemischen Elemente identifizieren.

Handout photo of NASA's Curiosity Rover with view of Mt Sharp
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„Curiosity“ hat derzeit einen Blick auf das untere Ende des Mount Sharp auf dem Mars. Die Farben auf dem Bild sind allerdings künstlich hergestellt: In einem Prozess namens „White balancing“ modifiziert der Roboter die Farben so, als würde sich die Landschaft unter Sonneneinstrahlung auf der Erde befinden. So können Wissenschaftler die Gegend besser einordnen.

Handout image of one of the first views from NASA's Curiosity rover which landed on Mars
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Das erste Bild, das Curiosity unmittelbar nach der Landung zur Erde funkte, zeigt den Schatten des Marsfahrzeugs auf der Planetenoberfläche. Der eher unspektakuläre Schnappschuss hat vor allem dokumentarischen Wert.

Curiosity
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Diese Bildqualität entspricht schon eher dem, was sich Planetenforscher von dem Einsatz des Rovers erhoffen. Die Aufnahme zeigt das Gebiet, das vor Curiosity liegt. Im Hintergrund der mehr als 5000 Meter hohe Aeolis Mons. Der auch als Mount Sharp bekannte Berg ist das eigentliche Ziel, das der Rover erkunden soll.

Curiosity
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Weniger spektakulär wirkt die Landschaft hinter dem Marsrover. Hier wird der Blick eingeschränkt durch den Rand des Gale-Kraters, des Landeplatzes von Curiosity. Bei der Struktur rechts unten handelt es sich um ein Rad des Rovers.

Curiosity rover's first color image of the Martian landscape released by NASA-JPL
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Auch auf dem ersten Farbbild, das Curiosity zur Erde funkte, ist der Kraterrand schemenhaft zu erkennen. Die schlechte Bildqualität erklärt sich dadurch, dass die entsprechende Kamera noch mit einem Staubschutz abgedeckt ist.

Vorsichtig rollt der Roboter über den Mars, bleibt zwischendurch immer wieder für längere Forschungsaufenthalte stehen, gräbt in der Erde, schießt mit seinem Laser auf Steine und liefert Fotos, Messergebnisse sowie Daten von Boden- und Luftproben. All das ist für die Wissenschaftler von unschätzbarem Wert und gibt ihnen Material für teils jahrelange Forschungen. Die ersten Ergebnisse sind schon da.

Vor wenigen Tagen erst hat sich Curiosity der Mars-Atmosphäre angenommen. Die ist 100 Mal dünner als die der Erde und Wissenschaftler wollen schon lange besser verstehen, warum das so ist. Der Rover hat deswegen erstmals sehr komplexe Methan-Gas-Messungen durchgeführt, die zuvor nicht möglich waren.

Methan-Gas gilt als Ausgangspunkt für viele organische Verbindungen, auf dem Mars kommt es aber - so die ersten Ergebnisse von Curiosity - so gut wie nicht vor. „Es scheint an dieser Stelle nicht im Überfluss vorhanden zu sein, wenn überhaupt“, sagte Nasa-Wissenschaftler Chris Webster. „Aber erst einmal sind wir einfach nur glücklich, dass wir überhaupt danach suchen können.“

Schon jetzt hat sich die Mission gelohnt
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