Rückruf-Aktionen auf Rekordniveau
Autohersteller stecken in der Elektronikfalle

Entgegen den Qualitätsbeteuerungen der Automobilhersteller werden immer mehr Autos wegen gravierender Mängel zurück in die Werkstätten gerufen. Besonders ärgerlich: Vor allem neue Modelle zeigen sich anfällig. Das zeigt sich in Pannenstatistiken ebenso wie bei den Rückrufen.

FRANKFURT. „Die Autofirmen verlegen die Testfahrten immer öfter zu ihren Kunden“, mahnt daher ein Branchenkritiker. So wurden in Deutschland 2003 deutlich mehr als eine Million Autofahrer von ihrem Autohersteller aufgefordert, ihren Wagen für technische Korrekturen in die Werkstatt zu bringen – kein Hersteller ist davon ausgenommen.

Allein das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) wurde bei 144 Rückrufaktionen mit insgesamt 939 884 Fahrzeugen eingeschaltet – vor zehn Jahren gab es nur 35 Rückrufe. Dabei werden die Flensburger bei weitem nicht in allen Fällen eingeschaltet. Die eigentliche Quote liegt also deutlich höher. Annähernd die Hälfte der vom KBA erfassten Rückruf-Aktionen betreffen Fahrzeuge, die maximal zwei Jahre alt sind. Das zeigt, dass nicht etwa Verschleißerscheinungen die Mängelliste anführen, sondern offensichtlich Konstruktions- oder Produktionsmängel. Für die so genannten Gewährleistungspflichten gegenüber den Kunden müssen die Autokonzernen weltweit Milliardensummen zurücklegen.

Doch trotz der wachsenden Zahl der Rückrufe scheinen die Schadenssummen absolut nicht zu steigen: „In der Tendenz fahren die Firmen ihre Rückstellungen für Gewährleistungen sogar zurück“, sagt Autoanalyst Erik Burgold von der BHF-Bank. Die Gründe für die größere Anfälligkeit der Autos sieht Burgold nicht etwa in einem sinkenden Qualitätsbewusstsein der Autohersteller, sondern in der wachsenden Komplexität der Fahrzeuge, der Ausweitung der Modellpaletten und den kürzeren Modellzyklen.

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