Rückwanderung
Zurück nach Magdeburg

Ostdeutschland ist von Geburtenrückgang und Abwanderung sehr viel stärker betroffen als die meisten Regionen in Westdeutschland. Das ist bekannt. Aber es gibt auch einen gegenläufigen Trend: die so genannte Re-Migration.

MAGDEBURG. Wissenschaftler der Hochschule Magdeburg-Stendal haben zusammen mit dem Berliner Nexus-Institut für Kooperationsmanagement und interdisziplinäre Forschung das Phänomen der Rückwanderung in Sachsen-Anhalt und ihre gezielte Förderung untersucht.

Ihr Fazit: Die Rückkehrbereitschaft ist erstaunlich hoch. Heimatverbundenheit und soziale Netze spielen für Rückkehrer eine entscheidende Rolle. "Natürlich liegen im Osten die Jobs nicht auf der Straße", unterstreicht Daphne Reim, die bei Nexus bei den Projekten Rückwanderung und Familienfreundliche Hochschule im Forscherteam mitarbeitet. "Junge, qualifizierte Rückwanderer finden auch in Ostdeutschland einen Arbeitsplatz", auch wenn dies schwieriger sei als im Westen. Zu den jüngeren Rückwanderern zählt Reim die 25- bis 30-Jährigen.

Die Wirtschaftswissenschaftlerin nennt ein weiteres, überraschendes Zwischenergebnis der noch bis zum Jahresende laufenden Studie: "Auch Senioren und Rentner wandern gerne und recht oft zurück." Im Senioren-Alter ab 75 erhöhe sich schließlich die Bereitwilligkeit noch mehr, in die ehemalige Heimat im Osten zurückzukehren. Etwa jeder fünfte Rentner trage sich ernsthaft mit Rückkehrgedanken. "Oft liegt es an guten Erinnerungen an früher und an der Mentalität", sagt Daphne Reim. Viele Ostdeutsche seien mit der Art mancher Menschen im Westen auf Dauer nicht so ganz vertraut, und zumindest im Alter kehren sie - nach getaner Lebensarbeit - gerne zur gewohnten menschlichen Wärme zurück.

Andere Rückwanderer sind es leid, jahrelang aus beruflichen Gründen zu pendeln, suchen sich in ostdeutschen Großstädten eine neue Arbeitsstelle und nehmen für ein ruhigeres Leben in heimatlicher Umgebung auch finanzielle und Karriere-Nachteile in Kauf. Diese würden durch geringere Lebenshaltungskosten teilweise wieder ausgeglichen, erklärt Reim. Auch die Gruppe der jungen, rückkehrwilligen Akademiker schaue oft auf die niedrigeren Lebenshaltungskosten.

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