Russen nehmen amerikanischen Touristen mit ins All
Neue Langzeit-Crew auf dem Weg zur ISS

Eine neue Astronauten-Crew hat sich am Morgen erfolgreich auf den Weg zur Internationalen Raumstation (ISS) gemacht. An Bord ist mit dem amerikanischen Millionär Gregory Olsen auch ein Weltraumtourist. Dabei ist das Verhältnis zwischen Russen und Amerikanern momentan eher angespannt.

HB MOSKAU. Nach einem gelungenen Start vom Weltraumbahnhof Baikonur befindet sich die neue Langzeitbesatzung zusammen mit einem Privatmann auf dem Weg zur Internationalen Raumstation (ISS). Beim Start am Samstag Morgen aus der kasachischen Steppe funktionierten die Trägerraketen ohne Probleme, teilte die russische Flugleitzentrale bei Moskau am Samstag mit.

Nach zweitägigen Erdumkreisungen soll das Sojus-Raumschiff am Montag früh gegen 7.40 Uhr MESZ in etwa 400 Kilometern Höhe an der ISS andocken. Der US-Astronaut William McArthur und sein russischer Kollege Waleri Tokarew sollen als zwölfte Langzeitbesatzung ein halbes Jahr auf der ISS arbeiten.

Als dritter Mann in der Sojus-Kapsel fliegt der Privatmann Gregory Olsen mit. Der US-Unternehmer hat umgerechnet knapp 17 Millionen Euro für die Erfüllung seines Lebenstraums gezahlt. Der Weltraumtourist wird nach einer Woche mit der alten Langzeitbesatzung zur Erde zurückkehren. Vor Olsen hielten sich in den vergangenen Jahren bereits ein US-Amerikaner und ein Südafrikaner als Privatleute auf der ISS auf.

Der Start der Sojus-Raumkapsel wurde erneut überschattet von schwierigen Verhandlungen der beiden wichtigsten Raumfahrtnationen USA und Russland. Wegen der anhaltenden Probleme mit den US-Shuttles liegt die Last der ISS-Versorgung wieder auf russischen Schultern. Die Gespräche mit den Amerikanern über die Finanzierung der Flüge bezeichnete ein russischer Experte als kompliziert. „Es läuft nicht sonderlich dynamisch. Aber verglichen mit dem Stand von vor einem Jahr lässt sich sagen, dass wir den toten Punkt überwunden haben“, betonte der Leiter für die Betreuung des russischen ISS-Segments, Wladimir Solowjow, im Flugleitzentrum bei Moskau.

Der Chef der US-Raumfahrtbehörde NASA, Michael Griffin, hatte am vergangenen Mittwoch das US-Raumfahrtprogramm mit den zuletzt unzuverlässigen Space Shuttles sowie die ISS als kostspielige Fehler bezeichnet. Es sei falsch gewesen, die Apollo-Mission zum Mond zu Gunsten der beiden Projekte zu beenden, betonte Griffin in einem Zeitungsinterview.

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