Russische Raumsonde
Regierung fordert Aufklärung der Phobus-Panne

Russlands Regierung ist merklich verärgert. Nach dem Absturz der defekten Raumsonde Phobos-Grunt fordert Moskau eine Aufklärung der Panne - und setzt der Raumfahrtbehörde dafür ein Ultimatum.
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MoskauNach dem Absturz der defekten russischen Raumsonde Phobos-Grunt hat Vize-Regierungschef Dmitri Rogosin in Moskau mit Nachdruck eine Aufklärung der Panne verlangt. Er fordere die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos auf, bis 31. Januar die Gründe für die Havarie und die Namen der Schuldigen vorzulegen, wie Rogosin in einem Eintrag beim Kurznachrichtendienst Twitter am Montag schrieb. Teile des 120 Millionen Euro teuren Apparats waren am Sonntagabend nach russischen Militärangaben in den Pazifik gestürzt. Allerdings widersprachen sich die offiziellen Äußerungen.

Roskosmos-Vizechef Anatoli Schilow sagte im russischen Staatsfernsehen, dass die Raumfahrt-Experten einen Absturzort in Brasilien errechnet hätten. Demnach sollte die Marsmond-Sonde in etwa zehn Kilometern über dem südamerikanischen Land zerrissen werden, wie er sagte. „Niemand hat die Zerstörung des Raumfahrt-Apparates beobachtet. Deshalb gibt es auch keine visuelle oder irgendeine andere Bestätigung“, sagte Schilow.

Zuvor hatte das Verteidigungsministerium in Moskau unter Berufung auf Einheiten der militärischen Weltraumaufklärung den Absturzort im Pazifik genannt. Demnach sollen die Trümmerteile 1250 Kilometer westlich der im Süden Chiles gelegenen Insel Wellington in den Ozean gefallen sein. Nach Schätzungen der Europäischen Raumfahrtagentur Esa gelangten Trümmerteile von 200 bis 300 Kilogramm Gewicht durch die Erdatmosphäre. Von dem radioaktiven Kobalt in der Sonde gehe keinerlei Gefahr aus, hieß es.

Phobos-Grunt war am 9. November 2011 (Ortszeit) vom Weltraumbahnhof Baikonur in Kasachstan gestartet und sollte bis 2014 im All bleiben, den Marsmond Phobos erforschen und Proben mit zur Erde bringen. Wegen einer technisch bislang nicht vollständig geklärten Panne am Triebwerk kam die Raumsonde aber nicht über die Erdumlaufbahn hinaus. Angesichts der nun zerstörten Sonde äußerten sich Experten skeptisch, dass die Havarie jemals aufgeklärt werden könne.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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