Russland
Taucher bergen riesiges Meteoriten-Bruchstück

Vor acht Monaten stürzte auf spektakuläre Weise ein Meteorit in Russland ab. Nun haben Taucher ein knapp 600 Kilogramm schweres Bruchstück des Brockens aus einem See gezogen.
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MoskauAcht Monate nach dem spektakulären Einschlag eines riesigen Meteoriten nahe der russischen Stadt Tscheljabinsk haben Taucher mit Hilfe einer Seilwinde ein enormes Fragment des Himmelskörpers aus einem See geborgen. Das Bruchstück wog rund 570 Kilogramm, wie eine gigantische Balkenwaage bei der Aktion am Mittwoch anzeigte, bevor sie dann zusammenbrach. Der mächtige Brocken sei vermutlich „eins der zehn größten Fragmente eines Himmelskörpers, das weltweit gefunden wurde“, sagte der Forscher Sergej Samosdra am Mittwoch der Agentur Interfax zufolge. Das Fundstück stamme eindeutig von dem Meteoriten.

Die Bergung aus dem Tschebarkul-See rund 1500 Kilometer östlich von Moskau sei „extrem kompliziert“ gewesen, sagte der Leiter der Mission, Maxim Schipulin, in der Stadt am Ural. „Der Klumpen lag in fast 20 Meter Tiefe und war in dem trüben Wasser kaum zu sehen.“ Wissenschaftler hätten die genaue Lage mit Sonargeräten geortet.

Der Brocken sei so schwer, dass sogar eine Spezialwaage an Land nicht ausgereicht habe, sagte Schipulin. Weitere Fragmente, die vermutlich in einer etwa drei Meter dicken Schlammschicht am Boden des Sees stecken, sollen vorerst nicht geborgen werden.

Der Meteorit war Mitte Februar über der mehr als eine Million Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodiert. Rund 200.000 Quadratmeter Fensterscheiben waren dabei zu Bruch gegangen, etwa 1200 Menschen verletzt. Der Meteorit zerbrach bei seinem Eintritt in die Atmosphäre in mehrere Teile, die größtenteils auf dem Grund des Tschebarkul-Sees vermutet werden.

Forschern zufolge hatte der Stein ein Gewicht von 10.000 Tonnen und einen Durchmesser von bis zu 20 Metern. Die ungeheure Druckwelle der Explosion hatte eine Wucht, die in etwa der 20-fachen Sprengkraft der Atombombe entsprach, die im Zweiten Weltkrieg Hiroshima zerstörte.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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