Saarländische Nano- und Biotechnologie
Forscher üben den Schulterschluss

Wenn man allein nur noch mühsam vorankommt, sucht man sich Verbündete – auch unter Zwergen. So geschieht es derzeit in der saarländisch-südwestdeutschen Szene der Nano- und Biotechnologie, wo die „Nanos“, griechisch für Zwerg, sich zu einem Verbund zusammenschließen.
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SAARBRÜCKEN. Bislang existieren in der Region Saarland-Pfalz-Baden zwei Organisationen: das Netzwerk Nanobionet und der Verein CC-Nanochem. Beide Netzwerke seien aber auf ähnlichen Gebieten aktiv, sagt Martin Schubert, Geschäftsführer von CC-Nanochem. Daher ist ihre Fusion bis zum Ende des kommenden Jahres bereits beschlossene Sache.

Konferenzen und Weiterbildungsveranstaltungen sind die Schwerpunkte der beiden Organisationen. Bereits jetzt arbeiten die Netzwerk-Manager zusammen – wie zuletzt bei der Ausstellung „Nanomed“. Eine weitere Großveranstaltung wird die Konferenz „Nanobiotechnologie und Ethik“ sein, die Mitte Juni in Saarbrücken stattfindet.

Das CC-Nanochem wurde 1999 als eines von bundesweit sechs Nanotechnologie-Kompetenzzentren gegründet. Ziel war es, Unternehmen für Anwendungen auf diesem Gebiet zu interessieren – und so ihre Innovationskraft zu stärken. Immerhin haben nanobeschichtete Werkstoffe viele Vorteile: So sind sie selbstreinigend, schmutzabweisend und hitzebeständig. Um die Entwicklung voranzutreiben, entstand auf Initiative der Landesregierung 2002 zusätzlich Nanobionet. Dieses sollte die Kompetenzen im Saarland, im Süden von Rheinland-Pfalz und im nördlichen Baden bündeln.

Viele Unternehmen und Forschungseinrichtungen gehören aber mittlerweile beiden Netzwerken an. Ein Nebeneinander ist daher auf Dauer nicht sinnvoll. Bei Nanobionet ist man über die Verstärkung nicht unglücklich. Das Netzwerk mit seinen rund 100 Mitgliedern konzentriert sich auf die Ursprungsregion, wo fast alle Hochschulen, außeruniversitären Institute, Unternehmen und Verbände bei Nanobionet organisiert sind. „Wir wollen uns bundesweit öffnen“, sagt Sprecher Christoph Schreyer. CC-Nanochem sei dafür die ideale Plattform – schließlich zählen dort Chemie-Konzerne wie Bayer und Evonik sowie Forschungsinstitute in Freiburg, Berlin und Österreich zu den Mitgliedern.

Gemeinsam wollen sich die Netzwerke stärker auf die Ausbildung von Technikern und die außeruniversitäre Weiterbildung konzentrieren. Außerdem sollen Ideen aus der Forschung schneller in Produkte umgewandelt werden. „Wir wollen mehr Fördergelder für Machbarkeitsstudien vermitteln“, sagt der Nanobionet-Sprecher. Das Saarland hat das Netzwerk, das heute als das größte dieser Art in Deutschland gilt, zuletzt mit 1,6 Mio. Euro gefördert.

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