Satellit Sentinel-3A Ein neuer Umwelt-Wächter im All

In Zeiten des globalen Klimawandels sind Daten zum Gesundheitszustand der Erde wichtiger denn je. Europa schickt deshalb einen weiteren Satelliten ins All schicken. Sentinel-3A soll vor allem die Ozeane überwachen.
Die Illustration zeigt den Satelliten Sentinel-3A bei der Arbeit. Er soll Daten zu Meeresströmungen und zum Anstieg des Meeresspiegels liefern. Quelle: dpa
Sentinel-3A

Die Illustration zeigt den Satelliten Sentinel-3A bei der Arbeit. Er soll Daten zu Meeresströmungen und zum Anstieg des Meeresspiegels liefern.

(Foto: dpa)

Darmstadt/PlessezkDen Gesundheitszustand der Ozeane soll ein weiterer Umwelt-Satellit des europäischen Erdbeobachtungsprogramms Copernicus erforschen. Sentinel-3A, der am heutigen Dienstag ins All startet (geplanter Starttermin: 18.57 Uhr MEZ), soll Daten zu Meeresströmungen und zum Anstieg des Meeresspiegels liefern.

„Wir können die Verschmutzung der Ozeane messen, auch die Chlorophyllverteilung“, so Volker Liebig, Direktor für Erdbeobachtungsprogramme bei der Europäischen Weltraumorganisation Esa. Anhand des grünen Farbstoffs lassen sich etwa Algenblüten im Meer nachweisen.

Faszination Erde
Mission Envisat
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10 Jahre lang sammelte der Esa-Satellit Envisat Daten für Geowissenschaftler und Klimaforscher. Nach mehr als 50.000 Erdumrundungen verstummte der Satellit im April 2012. Die folgenden Bilder gehören zu den Highlights der Mission.

Das Ganges-Delta
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Etwa diese Aufnahme des Ganges-Deltas. Sie zeigt den in Bangladesh gelegenen Teil des weltgrößten Flussdeltas. Das Bild wurde aus drei Envisat-Aufnahmen aus dem Jahr 2009 zusammengesetzt. Die unterschiedlichen Farben dokumentieren Veränderungen an der Oberfläche, die zwischen den einzelnen Aufnahmen eingetreten sind.

Wolken über den Kanaren
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Diese Aufnahme zeigt Wolkenformationen in der Umgebung der Kanarischen Inseln. Die auffälligen Wolkenwirbel unterhalb der Inselkette gehen auf Verwirbelungen des atlantische Nordwinds beim Durchzug durch die Inselgruppe zurück.

Ein Valentinsgruß von Envisat
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Einen herzlichen Gruß schickte Envisat 2003 zur Erde. Die so auffällig geformte Ebene erstreckt sich im Norden Mauretaniens.

Schnee auf Himalaja-Gipfeln
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Die schneebedeckten Gipfel des Himalaya trennen auf dieser Envisat-Aufnahme aus dem Jahr 2009 die tibetische Hochebene im Norden vom indischen Subkontinent. Rot sind in diesem Falschfarbenbild die Zonen mit besonders üppiger Vegetation dargestellt.

Waldbrände in Kalifornien
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Riesige Waldbrände wüteten 2007 im Süden Kaliforniens. Die Envisat-Aufnahme zeigt die mächtigen Rauchsäulen der Brände, die über die Küste hinweg aufs offene Meer getrieben wurden.

Großer Salzsee
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Der Große Salzsee im US-Bundesstaat Utah. An seinem südlichen Ende erstreckt sich die Metropole Salt Lake City. Als feine Linie durchschneidet die Bahnlinie Lucin Cutoff den Salzsee.

Ins All gebracht werden soll der Satellit, dessen Name „Wächter“ bedeutet, von einer Rockot-Trägerrakete, die vom Kosmodrom Plessezk in Nordrussland aus startet. Sentinel-3A ist seit April 2014 der dritte in der Satelliten-Reihe. Weitere sollen folgen, 2017 ein zweiter, baugleicher Sentinel-3B.

Die Satelliten haben unterschiedliche Aufgaben. „Sentinel-1A“ meldet etwa für die Schifffahrt, wenn sich Eis auf den Meeren bildet. Er kann aber auch mehr. „Wir können das Wachstum von Reis sehen“, sagte Liebig. „Das ist ein wichtiger Parameter für die Erntevorhersage.“ Der Satellit Sentinel-2A hat die Gesundheit der Wälder und Pflanzen im Blick.

Die Sentinel-Daten können ganz praktisch beim Umweltschutz helfen. „Wenn sich Schiffe nach den Ozean-Vorhersagemodellen richten, dann können sie bis zu zehn Prozent Treibstoff sparen“, sagt Liebig.

Auf die Daten der drei Satelliten greifen rund 16.000 Nutzer zurück. „Wir wollen, dass die ganze Welt die europäischen Umweltdaten nutzen kann“, so Liebig. So sollen die Satelliten eine wichtige Rolle bei der Erforschung des Klimawandels spielen.

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  • dpa
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