Satellitengestützte Mautsysteme bringen Road-Pricing voran
Variable Straßengebühren sollen Staus verhindern

Bislang gab es keine Möglichkeit, die Idee vom so genannten Road-Pricing - die Idee den Verkehrsfluss über unterschiedlich hohe Straßengebühren zu steuern -, in die Praxis umzusetzen. Mit neuen, satellitengestützten Mautsystemen könnte sich dies ändern.

DÜSSELDORF. Schon seit langem würden Verkehrsplaner gerne den Verkehrsfluss in den Städten über unterschiedlich hohe Straßengebühren steuern. Viel befahrene Straßen wären dann zur Hauptverkehrszeit teuerer als zu ruhigeren Zeiten. Ein Ausweichen auf Nebenstrecken oder andere Zeiten würde nicht nur den Verkehr entzerren, sondern sich auch im Portemonnaie bemerkbar machen.

Bislang gab es jedoch keine Möglichkeit, die Idee vom so genannten Road-Pricing in die Praxis umzusetzen. Mit neuen, satellitengestützten Mautsystemen könnte sich dies ändern. Amerikanische Verkehrsplaner testen ab Anfang nächsten Jahres im Großraum Seattle mit 500 Teilnehmern, ob diese Art der Verkehrsbeeinflussung funktioniert. Und auch die Europäische Union hat das Road-Pricing schon seit langem im Blick. Spätestens mit dem Start von Galileo, dem europäischen Satellitennavigationssystem, könnten erste Projekte umgesetzt werden.

„Dem Road-Pricing gehört die Zukunft“, sagt Bastian Chlond, Verkehrswissenschaftler an der Universität in Karlsruhe. Die Nachfrage nach dem knappen Gut „freie Straße“ ließe sich künftig nur über den Preis steuern. „Bis 2010 nutzen alle Industriestaaten das Road-Pricing zur Verkehrslenkung“, sagt der Forscher.

Technisch seien hier die Deutschen führend. „Auch wenn hier zu Lande das satellitengestützte Maut- System dilettantisch umgesetzt wurde, gibt es bislang keine Alternative“, sagt der Verkehrswissenschaftler. Daher kommt das von Toll Collect eingesetzte Erfassungssystem auch bei dem Pilotprojekt in Seattle zum Einsatz – allerdings in kleinerem Maßstab. Installiert wurde es von Siemens Industrial Solutions and Services (ISS). Die Fahrzeuge sind – ähnlich wie die hiesigen Laster – mit Erfassungsgeräten, so genannten On-board-Units (OBUs), ausgerüstet. Diese ermitteln über das amerikanische Satellitenpositionssystem GPS die Position des Fahrzeugs und zeigen dem Fahrer optisch an, wie teuer das Befahren der jeweiligen Straße gerade ist.

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