Satellitenmission „Merlin“ soll Treibhausgas-Weltkarte erstellen

Was im Kleinen funktioniert, funktioniert auch im Großen: Seit mehreren Jahren spürt ein Messinstrument von einem Hubschrauber aus Methanlecks an Erdgaspipelines auf. Ab 2014 soll ein ähnliches Instrument an Bord eines deutsch-französischen Satelliten seine Bahnen um die Erde ziehen, um weltweit die Konzentrationen des Treibhausgases zu messen.
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Methangas in der Atmosphäre trägt bedeutend zur Erderwärmung bei. Foto: DLR Quelle: Pressebild

Methangas in der Atmosphäre trägt bedeutend zur Erderwärmung bei. Foto: DLR

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HB DÜSSELDORF. Das deutsch-französische Gemeinschaftsprojekt Merlin (Methane Remote Sensing Lidar Mission) verfolgt vor allem ein Ziel: mehr und genauere Daten über den Ausstoß von Methan zu liefern. Das Gas sorgt ebenso wie Kohlendioxid (CO2) für die weltweite Erderwärmung. Dabei ist seine Wirkung 25 Mal so hoch wie die des CO2.

Auch wenn es um den von den Menschen verursachten Anstieg der Menge in der Atmosphäre geht, hat Methan das Kohlendioxid bereits deutlich überrundet: Seit vorindustrieller Zeit hat sich das Methanvorkommen in der Atmosphäre mehr als verdoppelt - der Zuwachs an Kohlendioxid lag in diesem Zeitraum bei „lediglich“ 30 Prozent. Ebenso wie Kohlendioxid gehört Methan zu den Gasen, deren Emission laut Kyoto-Protokoll reduziert werden soll.

Bewährtes Messprinzip

Das Prinzip des Methan-LIDAR (Light Detection and Ranging), also des „Lichtradars“, funktioniert von seiner Position im Weltall genauso wie bei seinem erdnahen Gegenstück an Bord eines Hubschraubers: Das Messinstrument sendet Lichtimpulse zur Erde und empfängt die vom Boden reflektierte impulsförmige Strahlung. Trifft der Impuls auf Methan, wird er dadurch geschwächt zum Messinstrument zurückgegeben.

Auf diese Weise stellt das Lichtradar auf dem Hubschrauber Lecks an Erdgasleitungen fest, an denen Methan austritt. Statt lediglich acht Kilometer Leitungen am Tag zur Kontrolle abzulaufen, können so pro Stunde 50 Kilometer überprüft werden. „Das Messprinzip ist also bereits erprobt“, so Peter Schaadt vom Raumfahrtmanagement des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR).

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