Satellitenstart
Das Wetter wird berechenbarer

In der Nacht zu Donnerstag ist der zweite Wettersatellit der neuen Meteosat-Generation sicher ins All gestartet und wohlbehütet dort angekommen. MSG-2, so der Name, soll das Wetter genauer bestimmen als seine Vorgänger.

HB/hsn DÜSSELDORF/DARMSTADT/KOUROU. Eine Ariane-5-Rakete brachte den 2 Tonnen schweren Satelliten vom europäischen Raumfahrt-Flughafen Kourou in Französisch-Guyana aus ins All. Rund eine Dreiviertelstunde nach dem Start empfingen Bodenstationen seine ersten Funksignale.

„In ganz Europa sind die Menschen von den Informationen und Bildern abhängig, die Meteosat-Satelliten 365 Tage im Jahr liefern“, sagte der Betriebsdirektor der europäischen Organisation für meteorologische Satelliten (Eumetsat), Mikael Rattenborg, in Darmstadt. Diese Daten trügen dazu bei, dass durch genauere Vorhersagen Menschenleben und Eigentum gerettet würden.

Die Eumetsat-Satelliten der zweiten Generation – wozu MSG-2 gehört – sollen die Qualität der Wettervorhersagen und der Klimabeobachtung deutlich steigern. Die mit zwölf Kanälen generierten Daten bieten etwa das zwanzigfache der Informationen ihrer Vorgänger. Damit bieten sie im Vergleich zu ihren Vorgängern eine ungefähr doppelt so hohe zeitliche und räumliche Auflösung – also einen deutlich verbesserten, klareren Blick auf das Wetter. Damit festigten sie die europäische Führungsposition auf dem Gebiet der Meteorologie und der Klimaüberwachung, sagte Rattenborg.

„Schwere Gewitter, Sturm, Hagel, heftiger Starkregen, starke Schneefälle und andere Wettergefahren können mit den neuen Satelliten noch schneller und besser erkannt werden“, sagt Gerhard Steinhorst, Leiter der Wettervorhersage beim Deutschen Wetterdienst, der seine Wetterdaten von Eumetsat bezieht.

Der erste Satellit dieser Familie wurde im August 2002 unter dem Namen MSG-1 gestartet, später in Meteosat-8 umgetauft und im Januar 2004 in Betrieb genommen. Der neue Satellit wird seinen Vorgänger ablösen und die gleichen Aufgaben erfüllen.

Der ältere Wettersatellit soll dann als Ersatzsatellit die Kontinuität der Datenerfassung sicherstellen. Dazu wird er um 10 Grad verschoben, während der neue Satellit auf den Standort seines Vorgängers bei 0 Grad geografischer Länge über dem äquatorialen Westafrika positioniert wird.

Die Lebensdauer eines Satelliten hängt von der Menge an Kraftstoff ab, die er an Bord hat. Im Durchschnitt reicht dieser für sieben Jahre. Insgesamt werden vier der neuen Satelliten-Generation ins All geschickt. Der MSG-3 ist bereits fertig und soll 2009 starten, der MSG-4 ist seit diesem Jahr im Bau.

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