Schering, Bayer und Merck stellen positive Studien vor
Deutsche Krebsforscher punkten in New Orleans

Die Tage um das erste Juniwochenende sind in den Kalendern der Krebsspezialisten rot angestrichen. Dann tagt alljährlich die amerikanische Gesellschaft für klinische Onkologie (Asco). Wer neue Ergebnisse präsentieren kann, verpasst diesen Termin besser nicht. In diesem Jahr glänzten die drei deutschen Pharmafirmen Schering, Bayer und Merck mit vielversprechenden Studien.

HB/ant FRANKFURT. Schering stellte auf dem in diesem Jahr in New Orleans stattfindenden Fachkongress gleich mehrere Studien zu einem so genannten Angiogenesehemmer vor, der die Bildung neuer Blutgefäße verhindern und auf diese Weise das Tumorwachstum bremsen soll. Entwickelt wurde der Wirkstoff "PTK 787" gemeinsam mit dem Schweizer Wettbewerber Novartis. Das Medikament funktioniert ähnlich wie das von Genentech entwickelten Darmkrebsmittel "Avastin". In Verbindung mit der Chemotherapie verbessere die Einnahme von "PTK 787" die Überlebensperspektive von Darmkrebspatienten erheblich, heißt es in einer Schering - Mitteilung. Nach dem erfolgreichen Abschluss der frühen Studienphasen I und II laufen inzwischen zwei abschließende Studien der Phase-III, an denen 2 000 Patienten teilnehmen sollen.

Auch der Leverkusener Bayer - Konzern konnte gestern für seinen Krebswirkstoff "BAY 43-9006" Erfolge vermelden. Das gemeinsam mit dem US-Konzern Onyx entwickelte Präparat führte nach Unternehmensangaben bei 37 von 106 Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs dazu, dass der Tumor deutlich schrumpfte. Bei Hautkrebspatienten hätten sich ähnliche Erfolge eingestellt.

Gute Nachrichten hatte auch der Darmstädter Merck-Konzern. Die jüngsten Studienergebnisse sprechen nach Einschätzung der Analysten von Morgan Stanley dafür, dass sich das Krebsmedikament "Erbitux" auch gegen Tumore im Hals- und Kopfbereich eignet. Zudem zeigte Merck zufolge eine Studie an der Uni-Klinik Barcelona, dass ein früher Einsatz des Mittels die Wirksamkeit bei der Behandlung von Darmkrebs erhöht. Das mancherorts zugelassene Krebsmedikament, für das die US-Firma Imclone eine Lizenz erworben hat, darf Darmkrebspatienten bereits in der Schweiz, in Mexiko und Argentinien verordnet werden, wenn die Chemotherapie allein nicht mehr anspricht.

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