Schiaparelli-Absturz

Hier zerschellte Europas Mars-Sonde

Was geschah mit der Esa-Sonde Schiaparelli bei ihrer fehlgeschlagenen Landung auf dem Mars? Ein neues Foto könnte helfen, das genaue Schicksal des gescheiterten Landefahrzeugs zu klären.
Das von einem Nasa-Satelliten aufgenommene Foto zeigt im hellen Bereich die vermutete Absturzstelle von Schiaparelli. Quelle: AP
Einschlagstelle auf dem Mars

Das von einem Nasa-Satelliten aufgenommene Foto zeigt im hellen Bereich die vermutete Absturzstelle von Schiaparelli.

(Foto: AP)

BerlinGut eine Woche nach dem vorzeitigen Ende der Mars-Sonde Schiaparelli zeigt ein von einem Nasa-Satelliten aufgenommenes, hochaufgelöstes Foto weitere Details des Absturzgebiets. Wie die Europäische Raumfahrtagentur Esa mitteilte, wurde das Bild bereits am Dienstag aufgenommen.

Das von der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter gemachte Foto zeigt einen dunklen Flecken mit einem Durchmesser von rund 2,4 Metern. Dabei könnte es sich um einen Krater handeln, der durch den Einschlag der Sonde verursacht wurde.

Höllenritt zum Mars
Schiaparelli beim Eintritt in die Mars-Atmosphäre
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Schiaparelli, dem kleinen Landegerät der europäisch-russischen Mission ExoMars, steht ein wahrer Höllenritt bevor: Mit 21.000 Stundenkilometern wird der Lander am Mittwoch in die Mars-Atmosphäre eintauchen.

Schiaparelli am Bremsfallschirm
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Verläuft alles wie geplant, wird der Lander innerhalb von knapp sechs Minuten von 21.000 auf rund zehn Kilometer in der Stunde abgebremst, um schließlich... (Foto: Esa)

Schiaparelli mit gezündeten Bremstriebwerken
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...sanft auf der Marsoberfläche aufzusetzen.

Schiaparelli auf der Marsoberfläche
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Auf dem Mars soll Schiaparelli dann mehrere Tage lang Daten sammeln, bis seine Energievorräte aufgebraucht sind. Vor allem gilt die Mission aber als Generalprobe für zukünftige Missionen zum Roten Planeten.

Mars-Ebene Meridiani Planum
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Landen wird Schiaparelli in der Ebene Meridiani Planum. Eine Region, die vor allem eines ist: großflächig flach, ohne Hindernisse, denn der Lander könnte diesen bei seinem Fall auf die Marsoberfläche nicht ausweichen. Außerdem befindet sich die Landestelle nahe eines Gebietes, in dem es einst größere Wassermengen gegeben haben könnte. (Foto: Esa/DLR/FU Berlin)

Geplanter Esa-Rover
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Zwar ist Schiaparelli kein hochgerüsteter Rover, sondern nur ein Testlandegerät. Dennoch ist das geplante Aufsetzen des kleinen Landers auf dem Mars die Generalprobe für den ersten europäischen Rover, den die europäische Weltraumagentur Esa in vier Jahren auf dem Mars absetzen will.

Schiaparelli trennt sich vom Mutterschiff
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Vor wenigen Tagen hatte sich Schiaparelli von seinem Mutterschiff, der Atmosphärensonde Trace Gas Orbiter, getrennt. Nun wird es ernst für den Lander: Das Aufsetzen auf der Mars-Oberfläche nach einem Ritt durch die dünne, kohlendioxidhaltige Atmosphäre des Roten Planeten zählt zu den schwierigsten Raumfahrtmanövern überhaupt. Bislang gelang es nur den USA, funktionierende Forschungsrover auf dem Mars zu platzieren.

Außerdem seien rund um den Krater asymmetrische Spuren zu erkennen, die jedoch schwer zu deuten seien, so die Esa. Möglicherweise wurden diese Spuren durch die Explosion des Treibstoffs an Bord von Schiaparelli verursacht. Auch die bogenförmige Struktur rechts oberhalb der Einschlagstelle könnte so entstanden sein. Künftige Aufnahmen könnten vielleicht mehr Details bringen, hieß es.

Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten am Mittwoch vergangener Woche verlorengegangen. Ursache für den Absturz könnte nach Einschätzung der Esa ein Kommunikationsfehler gewesen sein.

Zwischen einem Radar-Höhenmessgerät und der Navigation der Sonde soll es ein Verständigungsproblem gegeben haben, wodurch die Bremsraketen viel kürzer als geplant feuerten. Der Fehler trat wahrscheinlich in einer Höhe von zwei bis vier Kilometer über der Marsoberfläche, Schiaparelli stürzte danach ungebremst auf den Planeten.

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 wollen sie einen Rover zum Mars schicken.

Der Forschungssatellit Trace Gas Orbiter (TGO), der im März gemeinsam mit Schiaparelli zum Mars gestartet war, kreist unterdessen wie geplant um den Planeten. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen – ein Gas, dessen Vorhandensein ein Hinweis auf biologische Aktivität sein könnte.

  • dpa
  • tt
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