Schiaparelli-Absturz
Hier zerschellte Europas Mars-Sonde

Was geschah mit der Esa-Sonde Schiaparelli bei ihrer fehlgeschlagenen Landung auf dem Mars? Ein neues Foto könnte helfen, das genaue Schicksal des gescheiterten Landefahrzeugs zu klären.

BerlinGut eine Woche nach dem vorzeitigen Ende der Mars-Sonde Schiaparelli zeigt ein von einem Nasa-Satelliten aufgenommenes, hochaufgelöstes Foto weitere Details des Absturzgebiets. Wie die Europäische Raumfahrtagentur Esa mitteilte, wurde das Bild bereits am Dienstag aufgenommen.

Das von der Sonde Mars Reconnaissance Orbiter gemachte Foto zeigt einen dunklen Flecken mit einem Durchmesser von rund 2,4 Metern. Dabei könnte es sich um einen Krater handeln, der durch den Einschlag der Sonde verursacht wurde.

Außerdem seien rund um den Krater asymmetrische Spuren zu erkennen, die jedoch schwer zu deuten seien, so die Esa. Möglicherweise wurden diese Spuren durch die Explosion des Treibstoffs an Bord von Schiaparelli verursacht. Auch die bogenförmige Struktur rechts oberhalb der Einschlagstelle könnte so entstanden sein. Künftige Aufnahmen könnten vielleicht mehr Details bringen, hieß es.

Das erste europäisch-russische Mars-Landegerät war beim Aufprall auf der Oberfläche des Roten Planeten am Mittwoch vergangener Woche verlorengegangen. Ursache für den Absturz könnte nach Einschätzung der Esa ein Kommunikationsfehler gewesen sein.

Zwischen einem Radar-Höhenmessgerät und der Navigation der Sonde soll es ein Verständigungsproblem gegeben haben, wodurch die Bremsraketen viel kürzer als geplant feuerten. Der Fehler trat wahrscheinlich in einer Höhe von zwei bis vier Kilometer über der Marsoberfläche, Schiaparelli stürzte danach ungebremst auf den Planeten.

Mit dem Milliardenprojekt ExoMars suchen Europa und Russland nach Spuren von Leben auf dem Roten Planeten. 2020 wollen sie einen Rover zum Mars schicken.

Der Forschungssatellit Trace Gas Orbiter (TGO), der im März gemeinsam mit Schiaparelli zum Mars gestartet war, kreist unterdessen wie geplant um den Planeten. TGO soll künftig nach Spuren von Methan in der Atmosphäre suchen – ein Gas, dessen Vorhandensein ein Hinweis auf biologische Aktivität sein könnte.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
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