Schneller schlau: Knochenbrechender Beißer im Dino-Reich

Schneller schlau
Knochenbrechender Beißer im Dino-Reich

Mit dem Gewicht von drei Kleinwagen ließ Tyrannosaurus rex seine Zähne auf die Beute niederdonnern. Auf die Spur der Beißkraft des Dino-Königs brachten Forscher die heute noch lebenden Nachfahren der Riesenechse.

BerlinEr war der König der Dinosaurier und der größte Fleischfresser seiner Zeit: Mehr als 12 Meter groß und bis zu 7 Tonnen schwer konnte Tyrannosaurus rex werden. Was er zwischen seine bis zu 30 Zentimeter langen Zähne bekam, war rettungslos verloren. Denn hinter dem Biss eines T. rex saßen gewaltige Kräfte.

Wie gewaltig, das haben US-Forscher genauer untersucht. Über ihre Ergebnisse berichten sie aktuell im Fachjournal „Scientific Reports“. Demnach dürfte der Biss des Raubsauriers, der vor 66 Millionen Jahren ausstarb, noch deutlich kräftiger gewesen sein, als bislang vermutet worden war.

Für ihre Studie orientierten sich die Forscher um Gregory Erickson von der Florida State University nicht nur an Fossilien der Raubsaurier, sondern sie entwickelten ein Rechenmodell auf der Basis der Muskeln von Krokodilen, die heute als kräftigste Beißer im Tierreich gelten. Zudem orientierten sie sich an der Anatomie von Vögeln, den heute noch lebenden Nachfahren der Dinosaurier.

Ergebnis: Die Zähne von T. rex donnerten nicht nur mit einer Wucht auf die Beute nieder, die dem Gewicht von drei Kleinwagen entspricht. Sie bauten zugleich auch einen besonders hohen Druck auf: mehr als 30 Tonnen pro Quadratzentimeter.

Weil die kegelförmigen Reißzähne von Tyrannosaurus rex sehr robust waren, konnte der Raubsaurier so die Knochen seiner Opfer zerkleinern und zermalmen. Diese Fähigkeit haben heute nur Säugetiere wie Wölfe und Hyänen, heute lebende Reptilien jedoch nicht.

„Es war diese Knochen-zerschmetternde Fähigkeit, die T.rex dabei half, die Gerippe von großen gehörnten Dinosauriern und Schnabelsauriern ganz und gar auszuschlachten“, so der Paläontologe und Ko-Autor der Untersuchung, Paul Gignac von der Oklahoma State University.

Damit waren die Riesenechsen in der Lage, auch an die in den Knochen vorhandenen Mineral-Salze sowie an das nahrhafte Knochenmark zu gelangen während kleinere, weniger gut gewappnete Raubsaurier-Arten sich diese wertvollen Nahrungsressourcen nicht erschließen konnten.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
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dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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