Schneller schlau Streng riechender stellarer Tempobolzer

Was stinkt nach faulen Eiern und ist fast eine Million km/h schnell? Die Antwort liegt rund 5000 Lichtjahre von der Erde entfernt und ist vom Weltraumteleskop Hubble ins Visier genommen worden.
Auf dem Bild des Weltraumteleskops Hubble ist das vom Stern in zwei Richtungen abströmende Gas (weiß bis gelbbraun) gut zu erkennen. (Foto: ESA/Hubble & NASA)
Protoplanetarischer Nebel OH 231.8+04.2

Auf dem Bild des Weltraumteleskops Hubble ist das vom Stern in zwei Richtungen abströmende Gas (weiß bis gelbbraun) gut zu erkennen. (Foto: ESA/Hubble & NASA)

Gleich in doppelter Hinsicht atemberaubend ist das astronomische Objekt, das sich hinter der trockenen Bezeichnung OH 231.8+04.2 verbirgt. Zum einen ist dieser rund 5000 Lichtjahre entfernte Nebel reich an Schwefelverbindungen, die für ihr strenges Aroma berüchtigt sind – was dem Gebilde den englischen Beinamen „Rotten Egg Nebula“ bescherte.

Zum anderen erreichen die Gase dieses gigantischen faulen Eis Geschwindigkeiten, die einem buchstäblich den Atem verschlagen. Aber der Reihe nach.

Hubbles bunter Kosmos
25 Jahre Weltraumteleskop Hubble
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Vor 25 Jahren, am 24. April 1990, brachte eine Spaceshuttle der Nasa das Hubble-Teleskop ins All. Anfängliche Schwierigkeiten wegen eines falsch geschliffenen Spiegels konnten durch eine Reparatur im Weltraum beseitigt werden. Seither begeistert das Teleskop mit seinen spektakulären Bildern nicht nur Wissenschaftler. Die folgende Auswahl zeigt einige Highlights der Mission.

Carina-Nebel
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Bunte Sternenfabrik: Die Aufnahme zeigt eine etwa drei Lichtjahre große Säule aus Gas und Staub im Carina-Nebel. Im Inneren der Struktur entstehen neue Sterne, die irgendwann einmal die sie umgebenden Staubmassen weggebrannt haben werden.

Blick in den Adler-Nebel
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Auch diese Staubsäulen im 7000 Lichtjahre entfernten Adler-Nebel bergen in ihrem Inneren junge Sterne.

Pferdekopfnebel
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Mit dieser Aufnahme des Pferdekopfnebels feierte Hubble 2001 sein elftes Jahr im All. Bei einer Nasa-Umfrage hatten sich Weltraumfans mehrheitlich dafür ausgesprochen, den Nebel aus diesem Anlass zu fotografieren. Die markante Dunkelwolke ist rund 1500 Lichtjahre von der Erde entfernt und zählt zu den beliebtesten Motiven der Astrofotografie.

Kollidierende Galaxien
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Zum 18. Jahrestag des Starts veröffentlichte das europäische Hubble-Zentrum einen spektakulären Foto-Atlas kollidierender Galaxien. Die Bilder illustrieren die Vielfalt der Strukturen, die durch die kosmischen Crashs entstehen. Beim Galaxienpaar Arp 148 etwa wurde durch die Kollision Materie in einem weiten Ring ins All gestreut.

Galaxie NGC1512
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Völlig intakt und in ganzer Pracht präsentierte sich dagegen die Galaxie NGC 1512 den Hubble-Kameras. Mit einem Durchmesser von etwa 70.000 Lichtjahren ist sie etwas kleiner als unsere Milchstraße.

Ring-Nebel
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Der Ring-Nebel gehört zu den sogenannten planetarischen Nebeln. Trotz ihres Namens haben diese Objekte nichts mit Planeten zu tun, vielmehr markieren sie das Lebensende von sonnenähnlichen Sternen. Der farbenprächtige Ring besteht aus Gas, das von dem sterbenden Stern ins All abströmt.

Ursprünglich war OH 231.8+04.2 ein Stern, der unserer Sonne ähnelte. Solche vergleichsweise kleinen Himmelslichter beenden ihr Dasein als Planetarische Nebel – ein Name, der zu Zeiten entstand, als Astronomen noch Planeten hinter den farbenprächtigen Nebelgebilden vermuteten.

Planetarische Nebel bestehen aus den äußeren Gasschichten eines Sterns, der seinen Brennstoff – Wasserstoff – aufgebraucht hat. Während der Kernbereich des Sterns zu einem Weißen Zwerg zusammenfällt, verteilt sich das Gas im All und wird durch die Strahlung des sterbenden Sterns zum Leuchten gebracht – ein Planetarischer Nebel ist geboren.

Für Astronomen ist OH 231.8+04.2 ein seltener Glücksfall, denn er befindet sich genau in der Phase des Übergangs zwischen Stern und Nebel. Sein Gas hat sich noch nicht weiträumig im All verteilt, sondern strömt in zwei Säulen in entgegengesetzter Richtung vom Stern ab. Dabei erreicht es extrem hohe Geschwindigkeiten von fast einer Million Kilometer pro Stunde.

Blick in die Zukunft der Sonne
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