Schneller schlau
Warum sieht man im August so viele Sternschnuppen?

Himmlisches Feuerwerk - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.
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In den kommenden Nächten heißt es wieder: Kräftig wünschen! Wie in jedem Jahr sind die ersten beiden Augustwochen Sternschnuppenzeit. Wer sich also von den nächtlichen Lichterscheinungen Hilfe bei der Erfüllung seiner Herzenswünsche erhofft, sollte jetzt verstärkt Ausschau halten.

Verantwortlich für das regelmäßig alle Jahre wiederkehrende Himmelsspektakel ist der Meteorschauer der Perseiden. Er besteht aus der Hinterlassenschaft des Kometen Swift-Tuttle: Kleine Brocken kosmischen Staubs, die von der Erde eingefangen werden, wenn sie die Bahn des Kometen kreuzt – was regelmäßig Anfang August geschieht.

Wie ein kosmischer Staubfänger zieht die Erde die Kometentrümmer an sich. Beim Eintritt in die Erdatmosphäre verglühen die Staubteilchen, was aufgrund der Reaktion der umgebenden Luftteilchen zu einer Leuchterscheinung führt – der Sternschnuppe. Dem Sternbild Perseus, dem die meisten der Sternschnuppen zu entströmen scheinen, verdanken die Perseiden ihren heutigen Namen.

Die frühere Bezeichnung „Laurentiustränen“ spielt darauf an, dass der Meteorstrom sein Maximum in den Tagen um das Fest des heiligen Laurentius hat, das am 10. August begangen wird. Der Märtyrer soll der Legende nach unter dem römischen Kaiser Valerian auf einem glühenden Bratrost hingerichtet worden sein.

Mit mehr als 100 Sternschnuppen pro Stunde zählen die Perseiden zu den eindrucksvollsten Meteorschauern, doch natürlich gibt es auch zu anderen Jahreszeiten vergleichbare Ereignisse. Etwa im November, wenn die Erde die Bahn des Kometen Tempel-Tuttle kreuzt. Dieser Begegnung verdanken wir alljährlich den Meteorstrom der Leoniden, dessen Sternschnuppen-Regen allerdings mitunter von den dichten Novemberwolken verdeckt wird.

Auch die Geminiden finden zu einer eher ungastlichen Jahreszeit statt: In der ersten Hälfte des Dezembers lässt sich, gutes Wetter vorausgesetzt, dieser Meteorstrom beobachten, den uns die Begegnung mit der staubigen Spur des Planetoiden (3200) Phaethon beschert.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik

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