Schneller schlau
Was kostet es, die Erde aus dem All zu fotografieren?

Ein billiger Trick – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.
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Um ein Bild unseres Planeten aus dem Weltraum aufzunehmen braucht man weniger als man denkt. Nicht mehrere Milliarden Dollar, wie beim Hubble-Weltraumteleskop sind nötig. Noch nicht einmal ein Spaceshuttle muss abheben, was ebenfalls eine Milliardeninvestition wäre. Nein, zwei sparsamen Studenten des Massachusetts Institute of Technology (MIT) ist es gelungen ein Bild der Erde mit verschwindend geringen Mitteln aufzunehmen. Für gerade einmal 150 Dollar schossen sie ein Bild des blauen Planeten aus fast 27 Kilometern Höhe.

Alles was die MIT-Studenten Justin Lee und Oliver Yeh brauchten waren handelsübliche Gegenstände. Keine teuren Raketen ließen ihre Billig-Digital-Kamera in den Himmel steigen. Sie füllten stattdessen einen Wetterballon mit Helium. Kostenpunkt: 50 Dollar. In den luftigen Höhen der Stratosphäre kann es aber extrem kalt werden. Um die Elektronik des Fotoapparats vor der Kälte zu schützen, packten die beiden Studenten die Technik in einen Bierkühler aus Styropor. Drumherum drapierten sie Handwärmer, die man sich sonst im Winter in die Manteltasche steckt.

Die Kamera konnte nun also hoch steigen und sollte auch warm genug bleiben, um Bilder zu schießen. Ein Problem stellte sich den Studenten aber vor dem Start am 2. September noch: Wie kommen die Bilder wieder auf die Erde? Dazu brauchten Lee und Yeh keinen teuren GPS-Sender. Sie kauften ein normales Prepaid-Handy mit integriertem GPS für 50 Dollar. Dieses ging mit auf die Entdeckungsreise und teilte in kurzen Abständen die Koordinaten des Ballons mit. Als das Flugobjekt wieder zur Erde sank, war es für die Studenten auch kein Problem, die Landestelle zu finden.

Und der Minimal-Aufwand hat sich gelohnt. Die Bilder zeigen die Krümmung der Erde vor dem schwarzen Hintergrund des Weltalls. Die cleveren Männer vom MIT haben trotz der niedrigen Ausgaben spektakuläre Bilder schießen können. Die Hilfe der beiden Studenten könnte auch der Nasa helfen, kosten zu sparen - vielleicht schon bei der nächsten Hubble-Mission.

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