Schneller schlau
Was war das größte Geschenk aller Zeiten?

Ein pompöses Präsent – Schneller schlau, die tägliche Portion Wissen.
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Zur Weihnachtszeit könnte man leicht auf falsche Gedanken kommen: Denn es war nicht etwa ein selbstgestrickter Pullover, so groß wie zwei Fußballfelder. Auch keine zehn Meter lange Krawatte ist gemeint. Das größte Geschenk aller Zeiten hat nichts mit langweiligen Textilien zu tun, es lag nicht einmal unter einem Weihnachtsbaum.

Das Präsent war eine Frau und sie ging am 17. Juni 1885 von Bord der französischen Fregatte „Isère“ im Hafen von New York. Gemeint ist die Freiheitsstatue, die das französische Volk der befreundeten Republik der Vereinigten Staaten von Amerika schenkte, um an den 100. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung zu erinnern. Offizieller Titel: la Liberté éclairant le monde, zu Deutsch: Die Freiheit erleuchtet die Welt.

Zerkleinert in 350 Einzelteile und verpackt in 214 Kisten kam sie nach ihrer Reise über den Atlantik in New York an. In diesen Kisten wartete sie elf Monate darauf, endlich zusammengesetzt zu werden, denn dort, wo Lady Liberty heute steht, musste zunächst noch ein Podest gebaut werden. Am 22. April 1886 war es dann endlich soweit. Präsident Grover Cleveland weihte die Statue ein – über zehn Jahre nach dem ursprünglichen Anlass für das Geschenk.

Heute zählt die Freiheitsstatue zu den wichtigsten Wahrzeichen der USA. Sie misst von Kopf bis Fuß 46 Meter – zu groß um sie unter den Weihnachtsbaum zu legen. Doch wer mit einem solchen Präsent beglückt wird, muss sich wohl allein ob dessen Größe zu einer Gegenleistung verpflichtet fühlen. Die USA jedenfalls spendeten nach Fertigstellung der Statue 10 Millionen Dollar für Wohltätige Zwecke nach Frankreich. Vielleicht ist man angesichts solcher Summen mit einem langweiligen Strickpullover doch besser bedient.

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