Schneller schlau
Wo tobt die größte Monsterwelle?

Ungebremste Wassermassen - Schneller schlau entführt Sie in die Welt des Wissenswerten.
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Lange galten Geschichten über Monsterwellen, sogenannte Kaventsmänner, als typisches Seemannsgarn. Doch Wellen, die von schweren Stürmen auf bis zu 25 Meter Höhe aufgetürmt werden und deren Zerstörungskraft selbst großen Schiffen gefährlich werden kann, gibt es tatsächlich – 1995 konnte eine solche Wasserwand an einer Ölplattform in der Nordsee erstmals wissenschaftlich dokumentiert werden. Verglichen mit dem, was Forscher jüngst im Fachmagazin „Nature“ berichteten, sind solche Kaventsmänner aber eher kleine Fische.

Die Wissenschaftler um Jonathan Nash von der Oregon State University kamen einer Monsterwelle von über 200 Meter Höhe und bis zu 200 Kilometer Breite auf die Spur. Regelmäßig einmal pro Tag rollt sie durch das Südchinesische Meer – und ist für Beobachter an der Wasseroberfläche doch kaum erfahrbar. Denn das Geschehen rund um die Monsterwelle spielt sich größtenteils unter der Wasseroberfläche ab.

Die internen Wellen entwickeln sich, wenn starke Gezeitenströme über bestimmte Oberflächenformen am Meeresgrund fließen. Ein Schlüsselfaktor zumindest in der Luzon-Straße zwischen den ostasiatischen Inseln ist zudem die Tiefe, in der sich warme und kalte Wasserschichten treffen: Sie liegt hier bei 1000 Metern unterhalb des Meeresspiegels. In der Region schieben sich die Wassermassen mit den Gezeiten über zwei Berggrate in der Tiefsee, die die Wellenbildung auslösen und die entstehenden Wellen energetisch verstärken sowie enorm erhöhen.

Dabei fließt die Strömung über den ersten, höheren Kamm hinweg in die Tiefe und legt dabei deutlich an Geschwindigkeit zu, wie eine Simulation der Forscher zeigt. Stößt sie dann auf den zweiten, weiter westlich liegenden Grat, wird sie wieder nach oben abgelenkt. Kaltes und damit schwereres Tiefenwasser wird dabei durch die Verwirbelungen mit nach oben gerissen, sackt neu ab und verdrängt dabei weitere Wassermassen – eine steile Welle entwickelt sich, die sich dann Richtung asiatisches Festland durchs Meer fortpflanzt.

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Schwere Turbulenzen

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