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Schöpfer der „Himmelsscheibe von Nebra“ war Mathe-Genie

Der Konstrukteur der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ war nach neuesten Erkenntnissen von Archäologen und Astronomen ein mathematisches Genie. Erstmals wurde mit der Scheibe ein konkretes und komplexes Weltbild dargestellt.

dpa HALLE. Der Konstrukteur der 3 600 Jahre alten „Himmelsscheibe von Nebra“ war nach neuesten Erkenntnissen von Archäologen und Astronomen ein mathematisches Genie. Erstmals wurde mit der Scheibe ein konkretes und komplexes Weltbild dargestellt.

Das sagte der Astronom Rahlf Hansen vom Hamburger Planetarium zum Abschluss der Erforschung des Sensationsfundes in Halle. Mit der Scheibe in der Hand habe in der damals kalenderlosen Zeit überall auf der Welt bestimmt werden können, ob Frühling oder Herbst war.

Das astronomische Wissen für den Bau der Scheibe kam laut Hansen mit hoher Wahrscheinlichkeit aus Babylon über Handelsbeziehungen nach Europa. Für die Forscher steht fest, dass sich bereits die bronzezeitlichen Menschen die Erde als flache Scheibe vorgestellt haben, die von einem Himmel kuppelförmig überwölbt wird. Diese Vorstellung wurde den Forschern zufolge erst 1 000 Jahre später vom griechischen Philosophen, Astronom und Mathematiker Thales von Milet (ca. 640/39 - 546/45 v. Chr.) beschrieben.

Die etwa zwei Kilo schwere Bronzescheibe mit Goldauflagen ist fast kreisrund mit einem Durchmesser von etwa 32 Zentimetern. Zu erkennen sind auf ihr ein Schiff, Sonne, Mond, Sterne und als Ansammlung von sieben Goldpunkten der Sternenhaufen der Plejaden in einer Konstellation wie vor 3 600 Jahren. Zudem sind am Rand der Scheibe zwei so genannte Horizontbögen zu sehen, die erst später angebracht wurden und mit denen die Sommersonnen- und Wintersonnenwende exakt bestimmt werden konnte.

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