Forschung + Innovation
Schöpfer von Klon-Schaf bekommt Ehrlich-Darmstaedter-Preis

Frankfurt/Main (dpa) ­ Der Schöpfer des Klon-Schafs „Dolly“, der britische Wissenschaftler Ian Wilmut (60), hat seine bahnbrechenden Experimente auf dem Gebiet der Genforschung verteidigt.

Frankfurt/Main (dpa) ­ Der Schöpfer des Klon-Schafs „Dolly“, der britische Wissenschaftler Ian Wilmut (60), hat seine bahnbrechenden Experimente auf dem Gebiet der Genforschung verteidigt.

In Frankfurt sagte Wilmut am Sonntag, er sei stolz auf das, was er entdeckt habe. Seine Versuche hätten die Grundlage für neue klinische Möglichkeiten gelegt. Wilmut erhält am Montag in der Frankfurter Paulskirche den mit 100 000 Euro dotierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter- Preis.

Das Preisgeld will Wilmut zu Forschungszwecken und zum wissenschaftlichen Austausch verwenden. Das Geld werde er nicht in die umstrittene Klonforschung am Menschen investieren, kündigte Wilmut in einem Gespräch mit der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Montagausgabe) an. Er habe Respekt vor der deutschen Rechtslage. Das Geld werde er für ein Forschungsprojekt mit Mäusen verwenden. Zuvor hatten Bundestagsabgeordnete von CDU und Grünen Kritik daran geübt, dass möglicherweise deutsche Steuergelder in eine Forschung fließen könnten, die in Deutschland verboten sei.

Wilmut beschäftigt sich seit Ende der 70er Jahre mit Genforschung. Bekannt wurde er 1997 mit dem Schaf „Dolly“. Zum ersten Mal war es gelungen, eine genetisch vollkommen identische Kopie eines Lebewesens aus den Erbinformationen einer einzelnen Körperzelle eines älteren Tieres herzustellen.

Der Leiter des Instituts für Klinische und Molekulare Virologie der Universität Erlangen-Nürnberg, Bernhard Fleckenstein, der dem Stiftungsrat angehört, kritisierte die „wissenschaftsfeindliche Sicht der Bundesrepublik“. Diese werde weltweit nicht geteilt und stehe der Zukunftsfähigkeit Deutschlands möglicherweise im Wege.

Unterdessen demonstrierten Mitglieder der Ökologisch- Demokratischen Partei (ödp) vor der Frankfurter Goethe-Universität. Sie werteten die Auszeichnung als einen „Versuch, den bioethischen Konsens in Deutschland zu unterlaufen“. Fleckenstein widersprach der Vermutung, die Wahl Wilmuts sei politisch motiviert.

Die Auszeichnung zählt zu den renommiertesten Preisen, die in Deutschland auf dem Gebiet der Medizin vergeben werden. Das Preisgeld stammt je zur Hälfte aus Spenden von Unternehmen und vom Bundesgesundheitsministerium. Dem Stiftungsrat gehören 14 Wissenschaftler aus fünf Ländern an.

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