Forschung + Innovation
Schöpfer von Klon-Schaf „Dolly“ mit Ehrlich-Preis ausgezeichnet

Der Schöpfer des Klon-Schafs „Dolly“, der britische Genforscher Ian Wilmut, hat am Montag in Frankfurt den renommierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis erhalten.

dpa FRANKFURT/MAIN. Der Schöpfer des Klon-Schafs „Dolly“, der britische Genforscher Ian Wilmut, hat am Montag in Frankfurt den renommierten Paul Ehrlich- und Ludwig Darmstaedter-Preis erhalten.

Die mit 100 000 Euro dotierte Auszeichnung bekam der 60-Jährige für seine Aufsehen erregenden Experimente, die in den neunziger Jahren zum ersten Klonen eines Säugetieres geführt hatten. Während der feierlichen Preisverleihung in der Paulskirche demonstrierten rund zwei Dutzend Klon-Gegner mit Schafsmasken und weißen Laboranzügen vor dem Gebäude.

Der Virologie-Professor Bernhard Fleckenstein bezeichnete in seiner Laudatio Wilmut als einen Forscher, der „eine wissenschaftliche Revolution ausgelöst hat, welche die künftige Biomedizin grundlegend wandeln wird“.

Der preisgekrönte Wissenschaftler, der am Roslin-Institut im schottischen Edinburgh arbeitet, hatte kürzlich eine britische Lizenz zum Klonen menschlicher Embryonen zu Forschungszwecken erhalten. Nach Fleckensteins Worten will Wilmut mit diesem so genannten therapeutischen Klonen neue Behandlungsmethoden für schwere Krankheiten wie Diabetes, Parkinson und das tödliche Nervenleiden Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) entwickeln. Das deutsche Embryonen- Schutzgesetz, das auch therapeutisches Klonen verbietet, kritisierte der Laudator als ethisch widersprüchlich, wissenschaftsfeindlich und novellierungsbedürftig.

Wilmut betonte, beim menschlichen Klonen seien die Embryonen, aus denen Stammzellen entnommen würden, erst etwa eine Woche alt. Damit seien sie kleiner als ein Sandkorn und könnten mangels eines ausgebildeten Nervensystems noch nichts empfinden. Beim therapeutischen Klonen wird der Embryo zerstört. Der britische Genforscher sprach sich zugleich gegen das so genannte reproduktive Klonen von Menschen aus, also das Herstellen von Klonbabys. Dieses ist weltweit geächtet.

Gleichwohl kritisierten die Klon-Gegner vor der Paulskirche auch heftig das von dem Preisträger geplante therapeutische Klonen von menschlichen Embryonen. „In Deutschland würde Wilmut eingesperrt für das, was er in Großbritannien tut. Klonen tötet Menschen“, rief ein Sprecher.

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