Schürfen auf dem Mond

Bergbau im Weltall wäre erschwinglich

Monde und Asteroiden als Rohstoffquellen für die Menschheit zu erschließen, erfordert enormen logistischen Aufwand. Eine aktuelle Untersuchung kommt jetzt zu dem Schluss, dass es sich trotzdem rechnen könnte.
Die Esa-Illustration zeigt eine mögliche Raumstation auf dem Mond, von der aus nach Rohstoffen geschürft werden könnte. Quelle: dpa
Schürfen auf dem Mond

Die Esa-Illustration zeigt eine mögliche Raumstation auf dem Mond, von der aus nach Rohstoffen geschürft werden könnte.

(Foto: dpa)

BerlinEine Mine auf dem Mond oder einem Asteroiden aufzubauen und zu betreiben würde weniger kosten als der Bau großer Gasanlagen auf der Erde. So lautet das Ergebnis einer Studie, die jüngst von Konzernchefs und Nasa-Wissenschaftlern vorgestellt wurde.

Eine Mission zum Zwergplaneten Ceres beispielsweise, der 414 Millionen Kilometer von der Sonne entfernt ist und etwa die Größe Frankreichs hat, könnte etwa 27 Milliarden Dollar kosten. Darin enthalten sind zehn Raketenstarts für den Transport von Ausrüstung, die Gewinnung von Metallen und Wasser und der Bau von Anlagen im Orbit, in denen die Rohmaterialien weiterverarbeitet werden. Deutlich günstiger fällt der Bergbau auf dem Mond oder einem Asteroiden aus.

Wassersuche am Südpol des Mondes
Projekt Luna-27
1 von 8

Russland und die europäische Raumfahrtagentur Esa planen eine gemeinsame Mission zur Suche nach Wasser auf dem Mond.

Landung am Südpol des Mondes
2 von 8

Bei dem für 2020 vorgesehenen Projekt Luna-27 soll eine spezielle Sonde auf dem Südpol des Erdtrabanten landen.

Erster Schritt zur Basis auf dem Mond
3 von 8

Das Projekt soll auch ein erster Schritt werden für den Aufbau einer ständigen Basis.

Modell einer möglichen Mondbasis
4 von 8

Der Südpol des Mondes für eine mögliche Besiedlung auch deshalb interessant, weil dort sowohl Sonnenlicht als auch Schatten ist.

Energie aus Sonnenlicht
5 von 8

Das Licht wird für Solarpanelen benötigt, die für die nötige Energie sorgen sollen.

Esa-Mondrover Centaur
6 von 8

Raumfahrer hingegen sollten weitgehend vor Sonnenstrahlung geschützt sein und sich überwiegend in der schattigen Zone aufhalten.

Mondrover im Einsatz
7 von 8

Zudem ist im Schatten die Wahrscheinlichkeit größer, Wassereis zu finden und damit die lebensnotwendige Wasserversorgung für die Raumfahrer zu sichern.

Errechnet wurde dies an der australischen University of New South Wales(UNSW), die mit der US-Weltraumbehörde Nasa bei der Beurteilung der Wirtschaftlichkeit von Bergbau im Weltall zusammenarbeitet. Zum Vergleich: Das größte Entwicklungsprojekt in Australien für einen Rohstoff ist die Gorgon-Flüssiggas-Anlage von Chevron Corp., die voraussichtlich etwa 54 Milliarden Dollar kosten wird.

Ganz leicht dürfte es allerdings nicht sein, Investoren davon zu überzeugen, dass die Zukunft der Menschheit in den Sternen liegt. „Wir sollten nicht zu euphorisch sein“, so Rene Fradet, stellvertretender Direktor am Jet Propulsion Laboratory der Nasa und Redner beim Off-Earth Mining Forum vergangene Woche in Sydney. „Es gibt interessierte Investoren, aber sie müssen wissen, mit welchen Risiken und Renditen sie rechnen sollen.“

Die Befürworter von Weltall-Bergbau denken nicht mehr daran, die Metalle auf die Erde zu transportieren, um hier schwindende Vorkommen aufzufüllen. Eine Hin- und Rückreise gilt als unwirtschaftlich. Stattdessen sollen Materialien für Branchen bereitgestellt werden, deren Aufgabe darin besteht, im All die Exploration und schließlich auch die Besiedelung des Mars und anderer Planeten voranzutreiben.

Schürfen auf dem Mond zum "Schnäppchenpreis"
Seite 12Alles auf einer Seite anzeigen
Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%