Schutz vor Erkrankungen
UV-Strahlen beseitigen Keime

Kanadische Forscher wollen Bakterien und Schimmelpilzen in den Luftschächten klimatisierter Büros mit UV-Strahlen zu Leibe rücken.

HB MONTREAL. Diese Methode soll künftig Millionen von Menschen vor Erkrankungen durch Keime aus Klimaanlagen bewahren. Zugleich bliebe Arbeitgebern der Ausfall ihrer Angestellten erspart, betonen Dick Menzies von der McGill-Universität in Montreal und Kollegen im britischen Fachjournal „Lancet“.

UV-Strahlen töten viele der Erreger ab, die in Klimaanlagen gedeihen. Die Kanadier beobachteten, dass sich so Erkrankungen der Atemwege um 40 % reduzieren ließen. Da etwa 70 % aller Berufstätigen in der industrialisierten Welt in klimatisierten Räumen arbeiteten, könnten die UV-Strahlen Heerscharen von Arbeitnehmern das Leben erleichtern, schreiben Menzies und Kollegen. Am meisten profitierten davon Allergiker und Nichtraucher.

Für ihre Studie beobachteten Menzies und Kollegen 771 Mitarbeiter aus drei klimatisierten Büros in Montreal. Ausgangsbasis war eine Phase von zwölf Wochen ohne UV-Bestrahlung der Klimaanlagen. Darauf folgten drei jeweils vier Wochen lange Phasen mit Bestrahlung von Auffangwannen und Tropfschalen sowie der Kühlelemente, wo sich Mikroben verschiedenster Art bevorzugt absetzen.

Schleimhautbeschwerden nahmen während der UV-Bestrahlung der Klimaanlagen um 30 % ab, Atemwegsprobleme um 40 %, wie das Forscherteam berichtet. Aus der Gruppe der Nichtraucher kamen zudem nur noch halb so viele Klagen über Muskelschmerzen. Den Forschern zufolge würde die Installation der Geräte zur UV- Bestrahlung von Klimaanlagen bei einem rund 11 000 Quadratmeter großen Bürokomplex mit 1000 Angestellten rund 52 kanadische Dollar (33 Euro) pro Kopf kosten. Für Betrieb und Instandhaltung müssten jährlich rund 14 Euro pro Mitarbeiter veranschlagt werden – dies sei ein unbedeutender Betrag im Vergleich zum finanziellen Verlust durch den Ausfall kranker Mitarbeiter.

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