Selbstlose Nager
Auch Ratten kennen Mitgefühl

Soll ich die Schokolade allein fressen oder lieber dem Gefährten helfen? Für Ratten gibt es da offenbar klare Prioritäten, wie US-Wissenschaftler jetzt nachweisen konnten.
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DüsseldorfRatten helfen gefangenen Freunden – auch dann, wenn sie selbst davon keinen Vorteil haben. US-Wissenschaftler berichten im Fachmagazin „Science“ über das für Nagetiere ungewöhnliche Verhalten. Bislang konnte Empathie nur bei Primaten beobachtet werden.

Die Forscher von der Universität Chicago hielten Laborraten paarweise in Käfigen, so dass die Tiere sich aneinander gewöhnten. Anschließend sperrten sie eine der Ratten in einen durchsichtigen Behälter innerhalb eines größeren Test-Käfigs.

Wie erwartet reagierte auch die andere Ratte mit Unruhe auf die Gefangenschaft ihres Gefährten. Nach einigen Versuchen jedoch lernten die freien Ratten, die Gefängnis-Tür zu öffnen und ihren Gefährten hinauszuhelfen. Für Stoffmäuse oder andere Gegenstände wurde die Gefängnispforte dagegen niemals geöffnet..

Das Verhalten ging weit über alle bisher beobachteten empathischen Verhaltensweisen bei Nagetieren hinaus, berichteten die Forscher. Die Ratten befreiten ihre Gefährten meist schnell und auch dann, wenn diese nicht in den gemeinsamen Käfig, sondern nach außen entlassen wurden. Es gab also keine Belohnung in Form eines sozialen Kontaktes.

Selbst wenn die Ratten die Wahl hatten, entweder ihren Gefährten zu befreien oder mit dem selben Trick einen Behälter mit Schokolade zu öffnen, wählten sie sehr oft die Befreiung. „Sie hätten zuerst die ganze Schokolade alleine fressen können. Stattdessen öffneten sie zuerst die Käfigtür und teilten sich die begehrten Süßigkeiten“, erläuterte Peggy Mason. „Das hat uns wirklich überrascht.“

Die Ratten erkannten nicht nur die Notlage ihres Artgenossen. Sie behielten auch einen kühlen Kopf und handelten, um diese Situation zu beenden – und das, obwohl sie keinen direkten materiellen oder sozialen Vorteil davon hatten. Das zeige, so die Forscher, dass uneigennützige Hilfe tief in der Evolution verankert sein muss.

Thomas Trösch
Thomas Trösch
Handelsblatt / Redakteur Wissenschaft + Technik
Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • „Sie hätten zuerst die ganze Schokolade alleine fressen können. Stattdessen öffneten sie zuerst die Käfigtür und teilten sich die begehrten Süßigkeiten“, erläuterte Peggy Mason. „Das hat uns wirklich überrascht.“
    So eine Erkenntnis kann nur Wissenschaftler überraschen. Wer mit Tieren zusammenlebt, weiß das schon immer.

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    Ach, zur Info,
    die meißten Kommentare schreibe ich ohne den dazugehörigen Artikel gelesen zu haben.
    Darüber gewundert, daß mein Kommentar dann trotzdem passt, habe ich mich noch nie.
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    Hier will sich doch niemand mit einer Ratte messen, oder?
    Das einzige was das menschliche induviduum westlicher "zivilisierter“ Gesellschaften mit der Ratte teilt ist die genußsucht, sonst nichts. Denn sozial heißt für sie, Brot, Wurst und Erdöl bleiben bei uns, ein paar Krümel könnt ihr haben. Über die Konsequenzen für alle dieser lebensweise sprechen wir lieber nicht.

    Wenn die Spezies des europäisch Zivilisierten nicht durch altern sterben müßte, würde sie wohl die Ratte und Kakerlake überleben. Aber da sie nicht wirklich sozial ist, deshalb wird sie auch nie ihre Unsterblichkeit erkennen geschweige denn erlangen, kann sie nicht wirklich der Ratte oder der Kakerlake das Waser reichen.
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