Forschung + Innovation

Seltene mittelalterliche Gussformen in Magdeburg gefunden

Mehr als hundert seltene Gussformen aus dem Mittelalter haben Archäologen bei Ausgrabungen in der Magdeburger Innenstadt entdeckt. Gefunden wurden Negative aus Sandstein, die im 13. Jahrhundert von Feinschmieden für die Fertigung von Broschen, Gewandverschlüssen oder Gürtelschnallen benutzt wurden.
Mittelalterliche Gussform Quelle: dpa

Ein Archäologe zeigt in Magdeburg steinerne Gussformen aus dem frühen 13. Jahrhundert.

(Foto: dpa)

dpa MAGDEBURG. Mehr als hundert seltene Gussformen aus dem Mittelalter haben Archäologen bei Ausgrabungen in der Magdeburger Innenstadt entdeckt. Gefunden wurden Negative aus Sandstein, die im 13. Jahrhundert von Feinschmieden für die Fertigung von Broschen, Gewandverschlüssen oder Gürtelschnallen benutzt wurden.

„Der Fund ist in dieser Kollektion und Qualität und für diese Zeit des Mittelalters eine Sensation“, sagte Grabungsleiter Gösta Ditmar-Trauth vom Landesamt für Denkmalpflege und Archäologie am Mittwoch in Magdeburg.

„Die Stücke zeigen, dass Feinschmiede bereits im 13. Jahrhundert ganz präzise und filigran arbeiten konnten, um Schmuck aus Gold, Silber, Kupfer oder Bronze herzustellen“, betonte Ditmar-Trauth. „Die Formen wirken wie mit modernster Fräsentechnik gefertigt, deshalb dachten wir zuerst, sie stammen aus einem viel späteren Jahrhundert“, sagte der Archäologe.

Die seit mehr als einem Jahr laufenden Grabungen in der Nähe des Magdeburger Doms sollen am 15. Mai abgeschlossen werden.

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