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Sensationeller Fund belegt weltweite Verbreitung von Jagdsauriern

Gefährliche Jagdsaurier wie der Velociraptor vom Film Jurassic Park haben offenbar alle Erdteile unsicher gemacht. Das belegt ein nun in Südamerika entdecktes bislang unbekanntes Mitglied der Deinonychosaurier - der „Echsen mit den schrecklichen Krallen“.

dpa BUENOS AIRES/LONDON. Gefährliche Jagdsaurier wie der Velociraptor vom Film Jurassic Park haben offenbar alle Erdteile unsicher gemacht. Das belegt ein nun in Südamerika entdecktes bislang unbekanntes Mitglied der Deinonychosaurier - der „Echsen mit den schrecklichen Krallen“.

Der in Argentinien gefundene, etwa zwei Meter lange Dinosaurier wurde „Neuquenraptor argentinus“ getauft. „Wir haben erstmals Bein- und Fußknochen mit der typischen sichelförmigen Kralle eindeutig identifiziert“, sagte der argentinische Paläontologe Fernando Novas der dpa.

Damit sei erstmals nachgewiesen worden, dass die schnellen und vermutlich extrem aggressiven Fleischfresser aus der Gruppe der Deinonychosaurier auch auf dem Urkontinent Gondwana lebten, sagte Novas. Zu Gondwana gehörten das heutige Südamerika, Afrika, Australien, Indien und die Antarktis. Bisher gingen Wissenschaftler davon aus, dass die zwei bis drei Meter langen Reptilien nur auf dem anderen Urkontinent Laurasia lebten, der aus Nordamerika, Europa und großen Teilen Asiens bestand.

Die Tiere waren leicht gebaut. Sie wogen dank hohler Knochen, die auch von Vögeln her bekannt sind, nur etwa 100 Kilogramm. Mit Hilfe ihrer schlanken Beine konnten sie vermutlich sehr schnell laufen und jagten eventuell schon in Rudeln. An den Hinterbeinen besaßen sie eine lange, sichelförmige Kralle, die sie wohl wie einen Dolch einsetzten.

An den kurzen Vordergliedmaßen saßen drei Gliederfinger mit langen stark gekrümmten Krallen. Vermutlich packte das Reptil seine Beute mit den Händen, während er mit scharfen Zähnen Fleischstücke aus dem Körper riss. „Stellen Sie sich ein Raubtier auf zwei Beinen von der Größe eines Straußenvogels vor, mit dem sie in etwa auf Augenhöhe wären“, beschreibt Novas den Raubsaurier. „Extrem Furcht einflößend“, fügte Novas hinzu.

Zusammen mit seinem Kollegen Diego Pol hat Novas den Fund aus der Provinz Neuquén in Patagonien im Wissenschaftsjournal „Nature“ (Bd. 433, S. 858) vom Donnerstag beschrieben. Die Gesteinsformation, in der die Reste des Neuquenraptors gefunden wurden, stamme aus der frühen Kreidezeit vor etwa 80 Mill. Jahren, sagte Novas. „Wir haben den Fund schon 1996 gemacht, sind aber wegen Arbeitsüberlastung erst jetzt dazu gekommen, ihn auszuwerten.“

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