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Sensoren und Wetter bleiben größtes Risiko für „Discovery“

Ein Sensorendefekt am Außentank und eine heraufziehende Schlechtwetterfront bleiben die größten Risiken für den am Dienstag geplanten Start der US-Raumfähre „Discovery“. Ansonsten verliefen die Startvorbereitungen planmäßig.

dpa CAPE CANAVERAL/WASHINGTON. Ein Sensorendefekt am Außentank und eine heraufziehende Schlechtwetterfront bleiben die größten Risiken für den am Dienstag geplanten Start der US-Raumfähre „Discovery“. Ansonsten verliefen die Startvorbereitungen planmäßig.

Dies sagte der Testdirektor der Nasa am Montag auf dem Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida. Zuvor hatte Nasa-Direktor Michael Griffin am Sonntag (Ortszeit) angedeutet, dass unter stark eingegrenzten Bedingungen eine Ausnahmeregelung für den Start mit einem fehlerhaften Sensor am Außentank erwirkt werden könnte. Das sei kein Sicherheitsrisiko für den Flug, sagte Griffin.

Zweieinhalb Jahre nach der „Columbia“-Tragödie soll die „Discovery“ am Dienstag um 10.39 Uhr Ortszeit (16.39 Uhr Mesz) zu einem zwölftägigen Flug zur Internationalen Raumstation ISS aufbrechen. Das ist die gleiche Startzeit wie die der Jahre später verunglückten „Columbia“ am 16. Januar 1993.

Nach Beginn des Countdowns am Samstagmittag haben die führenden Nasa-Manager am Sonntag (Ortszeit) noch einmal grünes Licht für den Start gegeben. Sorgen bereiten weiterhin die vier Sensoren am Außentank sowie eine Schlechtwetterfront mit Seewind, dicken Wolken und Regen. Die Startwahrscheinlichkeit liege weiter bei 60 Prozent, sagte Nasa-Meteorologin Kathy Winters am Montag in Cape Canaveral.

Nachdem wegen eines falsch anzeigenden Sensors am Außentank die Startvorbereitungen am 13. Juli abgebrochen worden waren, haben Nasa- Techniker mehr als 300 mögliche Fehlerquellen beseitigt. Die vier Sensoren am Boden des Außentanks senden Signale zum Abschalten der drei Raketentriebwerke, wenn der Wasserstoffvorrat zur Neige geht. Damit soll eine Explosion verhindert werden. Bei den Startvorbereitungen am 13. Juli zeigte Sensor zwei den Füllstand falsch an.

Die Nasa-Techniker haben die „unerklärliche Anomalie“ inzwischen auf zwei mögliche Problemfälle eingegrenzt. Sollten wieder der betreffende Sensor zwei oder aber der Sensor vier falsch anzeigen, will die Nasa mit einer Ausnahmegenehmigung starten. Das Problem deutet dann auf einen Fehler im Sensor zwei oder aber auf Interferenzen durch Kabel bei Sensor vier hin. „Sollte irgendetwas anderes geschehen, stoppen wir“, sagte Wayne Hale vom Nasa-Space-Shuttle-Programm. Endgültige Klarheit wird erst nach dem Betanken des 50 Meter hohen Außentanks am Dienstagmorgen herrschen.

Seit dem Unglück der Raumfähre „Challenger“ im Jahr 1986 sah die Nasa drei funktionierende Sensoren als ausreichend an. Zuvor waren es sogar nur zwei gewesen. Nach der „Columbia“-Tragödie vom 1. Februar 2003 wurden die Sicherheitsvorschriften verschärft und vier funktionstüchtige Sensoren als Regelung eingeführt. „Ich glaube, wir kämpfen ein bisschen mit den Geistern der "Columbia"“, sagte Hale.

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