Serienfertigung angelaufen
Elektronisches Papier aus Dresden

In Dresden ist die Serienfertigung neuartiger Kunststoff-Displays für papierlose Bücher und Zeitungen angelaufen. Mit seinem "elektronischen Papier" will der Technologiekonzern Plastic Logic ab 2009 den Markt für mobile Lesegeräte erobern.

HB DRESDEN. Der Technologiekonzern Plastic Logic hat in Dresden offiziell die Serienfertigung neuartiger Kunststoff-Displays für papierlose Bücher und Zeitungen aufgenommen. "Wir stehen am Beginn einer Revolution", sagte Konzernchef Richard Archuleta am Mittwoch bei der Zeremonie. Das neu entwickelte "elektronische Papier" nannte er weltweit einmalig. Es sei im Vergleich zur Konkurrenz besonders robust, leicht und flach. Die Firma will die mobilen Lesegeräte 2009 auf den Markt bringen.

Im Dresdner Werk wird mit dem elektronischen Kunststoff-Display das Herzstück des Lesegerätes gefertigt. Geschäftsführer Konrad Herre sagte, geplant sei zunächst die Produktion von mehreren hunderttausend Stück pro Jahr. Eine Ausweitung auf mehrere Millionen sei technisch kein Problem. Das Unternehmen erwartet, dass die Nachfrage mittelfristig kräftig steigt. "Wir werden eine wahre Explosion erleben", erklärte Archuleta. Denkbar sei, dass Schüler und Studenten schon bald keine Bücher mehr schleppen müssten.

Branchenexperten erwarten, dass 2015 mit mobilen Lesegeräten weltweit ein Umsatz von mehr als 20 Mrd. Euro erzielt wird. Plastic Logic rechnet zunächst vor allem bei Geschäftsleuten mit einer großen Nachfrage. Wie es hieß, können mit der neuen Technik ganze Gesetzessammlungen oder umfangreiche Firmenunterlagen problemlos gespeichert und stets aktualisiert werden, insgesamt rund 20 000 Seiten.

Bücher, Zeitungen, Zeitschriften und Dokumente werden per USB-Anschluss oder kabellos auf das Lesegerät überspielt. Es soll auch möglich sein, Textstellen zu markieren oder eigene Notizen zu machen. Die neuen Geräte haben A4-Format, wiegen unter 400 Gramm und sollen per Touchscreen einfach zu bedienen sein. Darstellungen und Texte könnten auch bei direktem Lichteinfall noch gut gelesen werden, hieß es. Wegen ihres geringen Stromverbrauchs müssen sie nur alle paar Wochen aufgeladen werden.

Wieviel die Lesegeräte kosten sollen, will das Unternehmen erst Anfang 2009 bekanntgeben. Im Gespräch sind mehrere hundert Euro. In jedem Fall werde der Preis unter 1 000 Euro liegen, hieß es.

Die Firma Plastic Logic war vor acht Jahren von Forschern im englischen Cambridge gegründet worden, Hauptsitz ist in Mountain View in Kalifornien. Dresden hatte sich im Rennen um die Ansiedlung gegen Konkurrenz aus aller Welt durchgesetzt. Bislang beschäftigt das Unternehmen in der sächsischen Landeshauptstadt knapp 100 Mitarbeiter.

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