Serienreif
Motorräder fahren mit Strom

Elektromotoren sind zwar keine neue Erfindung, aber in der Klimadebatte aktueller denn je. Was bislang Automobilen vorbehalten war, wurde jetzt auch für Motorräder umgesetzt: Sogar Rennmaschinen können mit Strom punkten. Schlüssel zum Erfolg sollen leistungsfähigere Akkus werden.

KÖLN. Motorräder mit Elektroantrieb sind im Kommen und mischen inzwischen sogar die amerikanische Motocross-Szene auf. Der US-Hersteller Zero Motorcycles aus Scotts Valley in Kalifornien behauptet, dass sein Elektro-Motocross-Rad „Zero X“ die weltbeste Beschleunigung, Wendigkeit und Haltbarkeit aller Motorräder auf dem Markt bietet. Noch zweifelt die amerikanische Motocross-Szene an den Talenten des Öko-Bikes, das sogar Google-Mitgründer Larry Page bestellt haben soll. Das Gefährt soll mit einer Batterieladung 64 Kilometer weit fahren können und nur 60 Kilogramm wiegen.

Auch wenn „Zero X“ erst im nächsten Jahr in den Verkauf kommt und stolze 6 900 US-Dollar kostet: Leistungsstarke Elektro-Motorräder haben die Marktreife erreicht. Lange Zeit scheiterten die innovativen Maschinen an der Reichweite der Akkus. Dieses Problem scheint nun behoben. Fortschritte in der Batterietechnik könnten elektrisch betriebenen Motorrädern zum Durchbruch verhelfen.

Immer mehr Hersteller stellen Prototypen vor. Bislang ist allerdings erst ein Elektro-Roller auf dem Markt, dessen Leistung sich mit Benzinfahrzeugen messen kann. Seit April bietet der amerikanische Hersteller Vectrix den „Maxi Scooter“ an, der 100 Stundenkilometer erreicht und über eine Reichweite von etwa 110 Kilometern verfügt. Er lässt sich innerhalb von zwei Stunden wieder aufladen.

Der Maxi Scooter ist nicht nur umweltfreundlich, sondern soll trotz des stolzen Preises von 10 500 Euro langfristig sogar weniger kosten als herkömmliche Motorroller. „Wenn man ihn mit Wettbewerbsfahrzeugen über vier Jahre im Gebrauch vergleicht, ist der Maxi Scooter günstiger“, sagt Vectrix-Geschäftsführer Carlo Di Biagio. Dieser Berechnung liegen unter anderem geringere Instandhaltungs- und Versicherungskosten zu Grunde. Zudem verbraucht der Elektro-Roller kein teures Benzin.

Das Vectrix-Zweirad fährt allerdings noch mit Nickel-Metallhydrid-Akkus, die auch bei Elektrowerkzeugen und medizinischen Geräte zum Einsatz kommen. Leistungsstärker sind Akkus auf Lithiumbasis, die aber noch zu teuer sind. Dirk Uwe Sauer, Professor an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen, geht davon aus, dass Lithium-Ionen-Akkus früher oder später Nickel-Metall-Akkus ablösen werden, weil sie ein größeres Entwicklungspotenzial bei Lebensdauer, Sicherheit und Kosten haben. „Sollte die Nachfrage immens steigen, könnte der Preis für solche Batterien schon in fünf Jahren bei nur noch einem Drittel des heutigen Niveaus liegen – auch wenn das sehr optimistisch gedacht ist“, sagt Sauer.

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